Vorstandsvorsitzender Andreas Bolsinger und Vorstandsmitglied Lisa Kurz erläuterten den Stand des Unternehmens. „ORTHEGROH“ betreibt Standorte in Homberg und Laupheim (Baden-Württemberg). In Homberg arbeiten rund 120 Mitarbeiter; die Hälfte davon im Lager, die übrigen in Verwaltung und Einkauf. Bolsinger betonte: „Als Genossenschaft für Sanitätshäuser, orthopädische Werkstätten und Orthopädieschuhtechniker wickeln wir den zentralen Einkauf für unsere Mitgliedsbetriebe mit einem Volumen von mehr als 350 Millionen Euro ab.“ Unter anderem bietet das Unternehmen Pflegehilfsmittel, Mobilitätshilfen, Reha-Mittel und Produkte zur Körperpflege an.
Historie
1987 wurde die Firma „EGROH“ als Einkaufsgenossenschaft mit 19 Sanitätshäusern und Orthopädietechnik-Werkstätten in Marburg ins Leben gerufen. Seit 1990 belieferte „EGROH“ ihre Mitglieder dann vom Standort in Homberg aus.
1991 schlossen sich 78 Fachbetriebe in Ehingen zusammen und gründeten die Einkaufsgenossenschaft „ORTHEG“. Im Jahr 1994 verlegte „ORTHEG“ ihren Standort von Ehingen nach Laupheim, um ausreichend Platz für ein größeres Zentrallager und eine effiziente Verwaltung zu schaffen.
In den darauffolgenden Jahren wurden die Lagerflächen beider Genossenschaften kontinuierlich erweitert. Zudem wurden die Rückvergütungen sowie das Dienstleistungsangebot stetig ausgebaut, um den Mitgliedern noch bessere Unterstützung zu bieten. Im Jahr 2024 folgte dann die Fusion beider Genossenschaften.
Leistungen der Genossenschaft
Lisa Kurz fügte hinzu: „Unsere Mitglieder aus ganz Deutschland sind auf eine schnelle und optimierte Belieferung mit Hilfsmitteln angewiesen. Sie versorgen Endkunden auch kurzfristig, beispielsweise nach einer Krankenhausentlassung. Deshalb ist es vorteilhaft, dass wir über große Lagerflächen verfügen – hier in Homberg sind es beispielsweise 10.000 Quadratmeter – mit rund 13.000 Produkte von mehr als 200 Lieferanten. Das stärkt die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit unserer Mitglieder und fördert nachhaltiges Wachstum“, so Kurz. „Dank der neuen Autobahn 49 haben wir nun eine noch bessere Anbindung und sind deutschlandweit schnell unterwegs.“
Bolsinger räumte ein, dass das Gesundheitshandwerk vor Herausforderungen steht: „Der steigende Kostendruck sowie Fachkräftemangel, aber auch Bürokratie belasten die Betriebe. Wir arbeiten daran, den Mitgliedern Bürokratie abzunehmen und Prozesse zu beschleunigen.“
„Um es mal ganz deutlich zu machen: Wenn ein Sanitätshaus mit einem Rollator versorgt, der von einem Arzt verschrieben wurde, müssen teilweise bis zu vier Seiten Dokumentation ausgefüllt und vorgehalten werden. Es ist wichtig, dass alles seine Richtigkeit hat, aber diese Dinge nehmen auch sehr viel Zeit in Anspruch.“
„ORTHEGROH“ vertritt die Interessen der Mitglieder am Gesundheitsmarkt und verhandelt Verträge mit Kostenträgern. Lisa Kurz ergänzte: „Mit mehr als 1.000 Vertragspartnern in Deutschland bieten wir Beitrittsmöglichkeiten zu rund 300 Verträgen in Reha-Technik, Orthopädie-Technik, Orthopädieschuhtechnik und Medizintechnik.“
Neben dem Liefergeschäft bietet „ORTHEGROH“ zum einen ihren Mitgliedsbetrieben einen Weg zur Unterstützung, Herstellung und Vermarktung von orthopädischen Einlagen – vom standardisierten Rohling bis hin zum hochindividuellen Produkt. Auch Seminare und Schulungen gehören zum Repertoire des Unternehmens – von Präqualifizierung im Hilfsmittelbereich über Versorgungsverträge bis hin zu Schulungen zum Medizinproduktegesetz sowie Trainings zu Kommunikation, Teamarbeit und Führung. Bolsinger: „Unsere Angebote unterstützen die Mitglieder ganzheitlich – in Beschaffung, Praxisalltag und regulatorischen Anforderungen.“
„Die Fusion der beiden Genossenschaften zu ,ORTHEGROH‘ war offenbar von Erfolg gekrönt“, konstatierte Landrat Dr. Mischak abschließend. „Wir freuen uns, dass Sie dabei am Standort hier in Homberg festgehalten haben und dadurch Arbeitsplätze in der Region sichern.“
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