Online-Premiere von „Lucrezia / Faust et Hélène“

Diese musikalischen Welten könnten auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein! Doch in der Musiktheaterproduktion des Staatstheaters Darmstadt „Lucrezia / Faust et Hélène“, die am 9. April– nun im Stream – ihre Premiere erlebt, treffen die Händel-Kantate „Lucrezia“ HWV 145 (1706, Rom) und Lili Boulangers Kantate „Faust et Hélène“ (1913, Paris) aufeinander und erzählen in der Inszenierung von Mariame Clément und unter der musikalischen Leitung des Generalmusikdirektors Daniel Cohen von Gewalt gegen Frauen.

Mit „Lucrezia“ greift Georg Friedrich Händel einen der Gründungsmythen der Römischen Republik auf, die Vergewaltigung der titelgebenden Römerin und ihren anschließenden Selbstmord. „Vergewaltigung ist ein sehr heikles Thema, und ich finde erschütternd zu sehen, wie in diesem Libretto alle Gefühle und Vorwürfe, die wir von heute kennen, schon da sind.“, erklärt Regisseurin Mariame Clément. „Lucrezia ist wie eine Vorlage dazu, wie es heute noch ist und wie Schuldverschiebung funktioniert.“ Händel setzt Lucrezias Emotionen, von schmerzhafter Trauer und lähmender Ohnmacht bis hin zur rasenden Wut auf den Täter und Rachegedanken in fantastische Musik.

„Als ich diese Kantate gefunden habe, war ich sofort verliebt“, erzählt Generalmusikdirektor Daniel Cohen über Lili Boulangers „Faust et Hélène“, die der Komponistin 1913 den begehrten „Prix de Rome“ einbrachte. „Und das mit 19 Jahren! Eine unglaubliche Arbeit, ein großes Genie!“, so Cohen über die farbenreiche und theatrale Musik. Das Libretto, ein Gedicht von Eugène Adenis, basiert auf Fausts Begegnung mit der antiken Figur Helena. Besessen von ihrer Schönheit und dem Wunsch, sie besitzen zu können, ruft Faust sie mit Hilfe Mephistos zu sich – bis der Traum implodiert. „Helena wird in die Rolle einer ‚femme fatale‘ gedrängt, hat die Erwartungen an sie – ideale Schönheit als einziger Lebenszweck – längst verinnerlicht.“, erklärt Mariame Clément. „Diese Stücke miteinander zu verbinden, zeigt, wie pervers dieses System ist: Man stellt eine Frau auf ein Podest, man begehrt sie, man mordet für sie und dann ist sie daran schuld. Die Frau ist heilig, aber sie muss auch immer bestraft werden.“

Der Musiktheaterabend dauert ca. 60 Minuten. Tickets (erm 5 /normal 10 / solidarisch 15 Euro) für die Premiere am 9. April – mit Online-Nachgespräch über Zoom – sowie die Folgetermine 10. und 11. April sind ab sofort online unter STAATSTHEATER-DARMSTADT.DE zu erhalten.

Komplettiert wird das Oster-Streaming-Programm des Staatstheaters durch den Ballett-Abend „Dreams of Landscape“ des israelisch-ungarischen Choreografen Lotem Regev mit Tänzer*innen des Hessischen Staatsballetts, der am 25. März bereits Premiere hatte und das Publikum sehr begeisterte. Das Tanzstück, das am 8. und 11. April ausgestrahlt wird, handelt von Orten der Heimat und basiert auf persönlichen Erinnerungen der Künstler*innen. Mit anschließendem Nachgespräch. Der Zugang ist frei und wird auf STAATSTHEATER-DARMSTADT.DE verfügbar sein.

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