Kieler Woche 2020: Spaß zur Kieler Woche, Fokus auf Tokio

Die Kieler Woche 2020 verzichtet auf die 470er, aber die besten deutschen 470er-Seglerinnen verzichten nicht auf die Kieler Woche. Die Olympia-Aspiranten Frederike Loewe/Anna Markfort gehen indes getrennte und ganz unterschiedliche Wege, um zum größten Segelevent der Welt auf das Wasser zu kommen. Während Frederike Loewe in der Itzehoer J/70-Crew von Julian Ramm angeheuert hat, nahm Anna Markfort am Wochenende die Chance wahr, als Moderatorin auf dem Wasser den Zuschauern bei Kieler-Woche-TV den Segelsport näher zu bringen.

Die Kieler Woche 2020 verzichtet auf die 470er, aber die besten deutschen 470er-Seglerinnen verzichten nicht auf die Kieler Woche. Die Olympia-Aspiranten Frederike Loewe/Anna Markfort gehen indes getrennte und ganz unterschiedliche Wege, um zum größten Segelevent der Welt auf das Wasser zu kommen. Während Frederike Loewe in der Itzehoer J/70-Crew von Julian Ramm angeheuert hat, nahm Anna Markfort am Wochenende die Chance wahr, als Moderatorin auf dem Wasser den Zuschauern bei Kieler-Woche-TV den Segelsport näher zu bringen.

Ursprünglich hätten die 470er-Seglerinnen jetzt mitten in der Vorbereitung für die Welt- und Europameisterschaft stecken sollen. Doch das im Oktober geplante Doppelevent auf Mallorca wurde abgesagt. Somit gab es zeitliche Optionen für das Duo Loewe/Markfort, aber eben kein 470er-Betätigungsfeld. Da traf es sich, dass sich Alternativen auftaten. Beim Event der Segelbundesliga vor zwei Wochen beim VSaW Berlin, dem Heimatverein von Frederike Loewe, trafen sich die 470er-Steuerfrau und das Bundesliga-Team der SV Itzehoe und machten schnell einen gemeinsamen Auftritt vor Kiel klar. „Anna ist im vergangenen Jahr mit Julian gesegelt, und ich war sofort begeistert, als sie mich gefragt haben“, berichtet die 26-Jährige. „Am Freitag vor der Kieler Woche haben wir noch ein bisschen trainiert, und am Samstag ging es dann auch schon los.“ Die Berlinerin übernahm die Taktikposition, gewöhnte sich schnell ein, musste sich aber gerade auf den Vormwind-Kursen auf die anderen Winkel einstellen, die man mit den J/70-Gennaker im Vergleich mit dem 470er-Spinnaker segelt. Einen Drang, in die Pinne zu greifen, verspürte die gelernte Steuerfrau indes nicht: „Ich vertraue Julian da voll und ganz.“


Nach der Kieler Woche übernimmt Frederike Loewe aber wieder das Ruder. Dann steht der 470er im Fokus – zunächst beim gemeinsamen Training mit den Sparringspartnerinnen Theres Dahnke/Birte Winkel und Bundestrainer Marek Chocian vor Kiel. „Der ursprüngliche Plan war, anschließend über die Wintermonate auf Mallorca mit den Spaniern gemeinsam zu trainieren. Mal sehen, ob sich das realisieren lässt“, sagt Loewe. 

Ab März vor Vilamoura an der Algarve wird es dann ernst: Denn zur geplanten WM in Portugal und bei der Traditionsregatta Princess Sofia auf Mallorca im April gibt es Punkte für die nationale Ausscheidung für Tokio. Ursprünglich hätte die EM/WM 2020 mitzählen sollen. Ob es dafür einen Ersatz gibt, ist noch offen. Vier deutsche Teams werden sich um das Ticket bemühen: neben Loewe/Markfort und ihren Trainingspartnerinnen Dahnke/Winkel auch noch Luise Wanser/Anastasiya Winkel und Nadine Böhme/Ann-Christin Goliaß. „Ich sehe uns da in einer guten Position, gerade ab Winden von zehn/zwölf Knoten“, so Loewe.

Auch für ihre Vorschoterin Anna Markfort geht der Blick nach der Kieler Woche schon klar in Richtung Tokio. „Wir konzentrieren uns voll auf 2021. Als Sportsoldatin ist Segeln mein Beruf und Olympia das Ziel. Danach sehen wir weiter.“ Die Phase des Leerlaufs hat die Studentin der Pädagogik und Anglistik gut gefüllt – nicht nur mit dem Moderatorenjob zur Kieler Woche, sondern auch mit ihrer Bachelor-Arbeit. „Ich muss jetzt schon wieder an den Schreibtisch. Aber die Moderation auf dem Wasser am Wochenende war eine schöne Abwechslung“, so Anna Markfort. Ein wenig Aufregung bei der Aufgabe gestand die 27-Jährige zwar ein, aber mit ähnlichen Aufgaben bei der Segelbundesliga ist sie schon Mikrofon- und Kamera-erfahren. „Ein bisschen anders ist es schon, etwas aus dem Ü-Wagen zu kommentieren, als es auf dem Wasser zu analysieren. Aber es hat Spaß gemacht und ich habe viel positives Feedback bekommen.“

Für Anna Markfort war die Anfrage von TV-Moderator Alexander Ruda für die Kieler Woche die große Chance, um bei dem Segelevent auf das Wasser zu kommen. „Das habe ich gern wahrgenommen, und es hat riesigen Spaß gemacht. Ich kann mir vorstellen, das auch nach der Olympiakarriere weiter zu machen. Vielleicht auch bei anderen Events als bei der Bundesliga, zum Beispiel bei Worldcups.“ Noch aber steht Olympia im Mittelpunkt – nicht nur 2021, sondern vielleicht auch 2024. „Ich kann mir eine weitere Kampagne durchaus vorstellen“, sagt Anna Markfort. Dann muss die Segel-Ehe mit Frederike Loewe, die seit 2014 besteht, aber geschieden werden. Denn in vier Jahren wird der 470er im Mixed gesegelt. „Es gilt dann, schnell einen passenden Partner zu finden. Denn die Zeit von 2021 bis 2024 ist nicht lang. Und es wird sicherlich ein komisches Gefühl sein, dann vielleicht gegen Fredi zu segeln. Aber soweit sind wir noch lange nicht. Jetzt genießen wir die Kieler Woche und dann konzentrieren wir uns auf 2021.“

Segeln plus X mit Hygiene und Abstand

Neben Segelsport auf höchstem Niveau kennzeichnete bislang auch traditionell eine bunte Eventfläche in Schilksee die Kieler Woche. Anders in diesem Jahr. Im Mittelpunkt des Geschehens steht ausschließlich der Segelsport. Schilksee wird zu einer geschlossenen Gesellschaft ohne Eventareal. Das Hafengelände wird für die Öffentlichkeit abgesperrt. Die Aktiven sind mit Trainern und Organisatoren unter sich. Auf Veranstaltungszelte, die Sponsorenmeile und Verkaufsstände wird verzichtet. Das Regattahaus, der boot-Düsseldorf-Club als Check-In-Zelt, die Vaasahalle und das Areal rund um den Kieler Yacht-Club in Düsternbrook sind die Anlaufstellen an Land, ggf. wird die Bootshalle des KYC in Strande integriert. Die Aktiven, Organisatoren und Trainer erhalten Einlass-Tickets, die nur für bestimmte Areale gelten.

„Es sind enorme Herausforderungen, denen wir uns stellen, um den Seglerinnen und Seglern auch in diesem Jahr die Möglichkeit zu geben, Regatta zu segeln. Dabei steht die Gesundheit aller Beteiligten ganz klar im Vordergrund. Hygienevorschriften und Mindestabstandsregeln müssten eingehalten werden“, so der Organisationsleiter der Kieler-Woche-Regatten, Dirk Ramhorst. Zudem werden die Einreise-Vorschriften Einfluss auf die endgültigen Starterlisten nehmen.

Da das analoge Kieler-Woche-Erlebnis in Schilksee im Jahr der Pandemie also nicht stattfindet und Zuschauer vor Ort damit ausgeschlossen sind, legen die Veranstalter ein noch größeres Gewicht auf die digitale Öffentlichkeitsarbeit. Die Präsenz in den sozialen Netzwerken wird ausgebaut, und die Regatten werden den Segelfans in aller Welt umfangreich über Kieler-Woche-TV virtuell zugänglich gemacht. Für den TV-Bereich zeichnet die Landeshauptstadt Kiel verantwortlich und trägt die entsprechenden Kosten.

 

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