VW-Tochter: Hybridtechnik ist für große Autos besser als rein elektrisch

Die VW- und Continental-Tochter IAV, eine der größten Ingenieurgesellschaften in der Automobilindustrie weltweit, hat eine technologieoffene Diskussion über CO2-einsparende Automobile gefordert. Das batterieelektrische Auto sei keineswegs die beste Lösung für alle Fahrzeugsegmente, sagte Christoph Danzer, IAV-Manager für Antriebstechnik und früherer Professor an der TU Chemnitz, am Mittwoch auf dem Automobilkongress „Der Antrieb von morgen“ der Fachzeitschrift MTZ in Hanau. IAV hat die CO2-Ersparnis aller gängigen Antriebstechniken mit den Kosten in Relation gesetzt. Wird auch die Energieerzeugung einbezogen, so kann laut IAV ein Elektroauto beim deutschen Energiemix 2030 den CO2-Ausstoß auf bestenfalls 77 Gramm pro Kilometer senken. Autos mit Verbrennungsmotor liegen 2030 mit im Schnitt 95 Gramm zwar darüber, der Abstand ist aber geringer als erwartet. Durch Entwicklung synthetischer Kraftstoffe ließe sich diese Lücke jedoch schließen, bei vertretbaren Kosten.

Laut IAV würde Deutschland bei Umstellung der gesamten Fahrzeugflotte auf Elektroautos den CO2-Ausstoß um maximal 50 % reduzieren, allerdings würden die Fahrzeugkosten um 81 % steigen. Würde Deutschland dagegen auf einen Mix aus Elektrofahrzeugen, Hybridfahrzeugen und effizienten Verbrennern setzen, ließe sich der CO2-Ausstoß um 26 % senken bei einem Kostenanstieg von nur 30 %. Gerade bei größeren Autos sieht IAV die Hybridtechnik im Vergleich zum reinen Elektroauto im Vorteil. Zugleich sei es notwendig, verstärkt auf synthetische Kraftstoffe zu setzen, um auch den CO2-Ausstoß der vorhandenen Fahrzeugflotte kurzfristig zu reduzieren.

„Wir brauchen eine offene Technologiediskussion“, fordert Danzer. „Auch der Diesel hat weiter seine Berechtigung.“ Wolle man den CO2-Ausstoß drastisch senken, müsse man sich eigentlich viel stärker um Schiffe, Flugzeuge und den Schwerlastverkehr. „Hier spielt energietechnisch die Musik“, so Danzer. Doch dort passiere viel zu wenig.


Über die MTZ

Die Motortechnische Zeitschrift hat 2019 ihren 80. Geburtstag gefeiert. Die heute im deutschen Sprachraum führende Zeitschrift für Motortechnik wurde 1939 gegründet und war das erste deutschsprachige Magazin, das sich vollkommen dem Verbrennungsmotor widmete. Inzwischen befasst sich die MTZ mit allen Arten von Antrieben.​​​​​​​

Die Zeitschrift wurde von Dr. Prosper L’Orange und Professor Heinrich Buschmann zusammen mit der Franckh’schen Verlagshandlung in Stuttgart gegründet. Heute erscheint die MTZ bei Springer Fachmedien Wiesbaden. Seit März 1939 befasst sich die MTZ als technisch-wissenschaftliche Fachzeitschrift mit dem Gesamtgebiet des Verbrennungsmotors. Mit inzwischen über 850 Heften ist die MTZ zur unerlässlichen Quelle für Wissenschaft, Wirtschaft, Verbände und Politik geworden, wenn es um die Entwicklung verbrennungsmotorischer und elektrifizierter Antriebe geht.

Über die Jahrzehnte hat sich die MTZ vom reinen Verbrennungsmotoren-Magazin hin zum Taktgeber in Sachen Motor- und Antriebstechnologie entwickelt. Sie richtet ihren Fokus heute auf alle Arten von Antrieben.

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