Informationen aus erster Hand: Bahnplanungen in der Region mit Sven Hantel

Sven Hantel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für Baden-Württemberg informierte am Donnerstagvormittag im Rahmen der von der Wirtschaftsregion Ortenau (WRO) organisierten Veranstaltungsreihe „Informationen aus erster Hand“ über die aktuellen Planungen der Deutschen Bahn für die Region.

„Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur ist besonders wichtig für die gesamte Region. Dabei müssen wir nicht nur auf unsere Autobahnen, sondern auch auf die Schienen ein besonderes Augenmerk legen“, begrüßt Offenburgs Oberbürgermeisterin und WRO-Aufsichtsratsvorsitzende Edith Schreiner am Donnerstagvormittag die Gäste der WRO. Sven Hantel informierte im Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz in Kehl über die derzeitige Planung der Deutschen Bahn.

„Es war noch nie so viel Geld für Infrastruktur verfügbar, wie es derzeit der Fall ist“, freut sich Hantel. Durch die Regionalisierungsmittel der Länder und der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Bahn sei eine gute finanzielle Ausstattung gewährleistet. Dies und der Bundesverkehrswegeplan 2030 seien beste Voraussetzungen für den Bahnverkehr in Baden-Württemberg. Projekte wie zum Beispiel der Ausbau der Rheintalbahn seien daher überhaupt erst möglich, erklärt Hantel. Die Errichtung eines Güterverkehrszentrums zwischen dem Lahrer Flughafengebiet und der Autobahn werde durch diese Entwicklung begünstigt. „Dem Güterverkehrszentrum in Lahr stehen wir sehr offen gegenüber“, so Hantel.


Mit dem Ausbau der Rheintalbahn werde noch in diesem Jahr mit der Vorplanung des Tunnels in Offenburg und der Autobahnparallele zwischen Offenburg und Riegel begonnen. Mit der Fertigstellung des Ausbaus rechne man jedoch erst im Jahr 2035. Die Bauzeit werde bis zu sieben Jahre dauern und das Planfeststellungsverfahren benötige mindestens drei Jahre.

Besonders die West-Ost-Verbindung war für die Gäste der WRO von Interesse. Die Kritik, diese Verbindung werde von der Deutschen Bahn nicht ausreichend beachtet, weißt Hantel zurück. Die Deutsche Bahn habe sich für den Ausbau der sogenannten Appenweierer Kurve und den damit verbundenen Lückenschluss der West-Ost-Magistrale eingesetzt. „Die Lobbyarbeit war hierfür aber zu schwach“, bemängelt er. Die Appenweierer Kurve wurde im Bundesverkehrswegeplan lediglich in den potenziellen Bedarf aufgenommen.

WRO-Geschäftsführer Dominik Fehringer will auch die Diskussion um einen ICE-Halt für den Europa-Park wieder auf der Tagesordnung haben. Eine einfache Lösung gebe es für dieses Problem nicht, so Hantel. Gespräche zwischen der Deutschen Bahn und dem Europa-Park zur Identifizierung möglicher Kooperationspartner haben bereits stattgefunden. „Ich glaube derzeit nicht an einen ICE-Halt für den Europa-Park“, gibt Hantel zu. Die Deutsche Bahn erkenne aber das Potenzial der Destination Schwarzwald und dem Europa-Park mit rund 6 Millionen Besucher im Jahr. „Eine bessere Infrastruktur ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten“, so Hantel.

Die teils schwierige Kommunikation mit der Deutschen Bahn, bedingt durch unterschiedliche Zuständigkeiten und verschiedene Interessen der Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, wurde von den Gästen kritisiert. „Diese Interessen zu bündeln und diese zu kommunizieren ist genau meine Jobbeschreibung“, erklärt Hantel. Für einen regelmäßigen Austausch und koordinierende Unterstützung stehe er der WRO gerne auch in Zukunft zur Verfügung.

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