Weltweit leben erstmals mehr als drei Millionen Menschen mit Multipler Sklerose

Weltweit leben derzeit schätzungsweise 3,1 Millionen Menschen mit Multipler Sklerose (MS). 2013 waren es noch 1,8 Millionen. Damit überschreitet die geschätzte Zahl erstmals die Drei-Millionen-Marke, so die aktuelle Auswertung des „Atlas of MS“ der MS International Federation (MSIF). Sie umfasst Daten aus 133 Ländern, die zusammen 93 Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren. In Deutschland sind nach Schätzungen rund 280.000 Menschen an MS erkrankt. Da die Erkrankung nicht meldepflichtig ist, lässt sich die genaue Zahl der Betroffenen nicht abschließend bestimmen.

MS ist eine chronische Erkrankung des Zentralen Nervensystems. Ihre Häufigkeit unterscheidet sich weltweit deutlich. Frauen sind zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Männer. Auch Kinder und Jugendliche können an MS erkranken.

Mehr erfasste Erkrankungen bedeuten nicht automatisch ein höheres Risiko

Für die gestiegene Zahl der Erkrankten kommen mehrere Gründe infrage: frühere und genauere Diagnosen, eine längere Lebenserwartung durch verbesserte Behandlung und Versorgung, eine bessere Datenerfassung sowie das Bevölkerungswachstum. Aus dem Anstieg allein lässt sich deshalb nicht ableiten, dass das Risiko, an MS zu erkranken, weltweit zunimmt. Auch bei der Zahl der jährlichen Neudiagnosen zeigt sich kein eindeutiger globaler Trend.

Mit mehr Sichtbarkeit Versorgungslücken schließen

Für eine bessere Versorgung braucht es mehr Sichtbarkeit für Multiple Sklerose. Dazu gehören frühzeitige Diagnosen und ein besseres Verständnis dafür, welche Hilfe Betroffene brauchen. Je besser erfasst wird, wie viele Menschen mit MS leben und welche Unterstützung sie benötigen, desto gezielter lassen sich Versorgungslücken schließen und Therapieangebote auf ihre Bedürfnisse ausrichten.

MS in Baden-Württemberg

Allein in Baden-Württemberg leben schätzungsweise 38.000 Menschen mit Multipler Sklerose. Täglich erhalten hier fünf bis sechs Menschen die Diagnose.

AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V., ist Fachverband, Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung für MS-Betroffene in Baden-Württemberg. AMSEL e.V. informiert, berät und unterstützt Betroffene mit dem Ziel, ihre Lebenssituation nachhaltig zu verbessern. Mehr Informationen gibt es auf www.amsel.de

Quelle: Atlas of MS (MSIF), September 2026.

Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems. Aus bislang noch unbekannter Ursache werden die Schutzhüllen der Nervenbahnen an unterschiedlichen Stellen angegriffen und zerstört, Nervensignale können in der Folge nur noch verzögert oder gar nicht weitergeleitet werden. Die Symptome reichen von Taubheitsgefühlen über Seh-, Koordinations- und Konzentrationsstörungen bis hin zu Lähmungen. Die bislang unheilbare, aber mittlerweile behandelbare Krankheit bricht gehäuft zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr aus.

MS in Zahlen

38.000 MS-Kranke in Baden-Württemberg
3,4 MS-Kranke pro 1.000 Einwohner in Baden-Württemberg
2.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Baden-Württemberg
5 – 6 Diagnosen täglich in Baden-Württemberg
280.000 MS-Kranke deutschlandweit
1,2 Mio. MS-Kranke europaweit
2,9 Mio. MS-Kranke weltweit

Über den AMSEL e.V.

Die AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden Württemberg e.V. ist Fachverband, Selbsthilfeorganisation und Interessenvertretung für MS Kranke in Baden-Württemberg. Die Ziele der AMSEL: MS-Kranke informieren und ihre Lebenssituation nachhaltig verbessern. Der AMSEL-Landesverband hat rund 7.200 Mitglieder, rund 60 AMSEL-Gruppen und 15 Junge Initiativen in ganz Baden-Württemberg.

Mehr unter www.amsel.de

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