Erste Hilfe als Wettkampf: Hamburgs Schulsanitätsdienste küren ihre Champions

Sie versorgen Schnittwunden, leiten Herz-Lungen-Wiederbelebungen ein und erkennen einen Schlaganfall, bevor der Rettungsdienst überhaupt alarmiert wurde: Hamburgs Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter sind im Schulalltag oft die Ersten, die helfen. Sie opfern ihre Freizeit um zu lernen, im Ernstfall da zu sein – nicht weil sie müssen, sondern weil sie wollen. Und das haben sie gestern beim 16. Wettbewerb “Hamburger Schulsanitätsdienste” im Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Rund 200 Schülerinnen und Schüler aus 26 Hamburger Schulen traten von 9:30 bis 15:00 Uhr in insgesamt zwölf anspruchsvollen Prüfungsstationen gegeneinander an, die von einer Fachjury aus Expertinnen und Experten des Rettungswesens bewertet wurden. Die Wettbewerbssituation war dabei so nah an der Realität wie möglich: Mit professionellem Make-up präparierte Verletztendarsteller, eng getaktete Zeitfenster und Szenarien, die im vergangenen Schuljahr tatsächlich eingetreten waren.

Superhelden in der Schule — und das ganz ohne Umhang

Neben den hochkarätigen medizinischen Prüfstationen hatte der Wettbewerb auch eine Überraschung parat: In der diesjährigen Kreativaufgabe entwarfen die Teams ein „ultimatives Schulsani-Outfit” für die SSD-Superhelden. Auf den ersten Blick wirkt diese Aufgabe spielerisch, sie trägt jedoch eine tiefe Botschaft. Denn wer jeden Tag bereit ist, anderen Menschen in Not zu helfen, braucht keinen Umhang. Er oder sie verdient trotzdem den Titel “Superheld”.

„Allein von Hamburger Schulen werden uns jedes Jahr rund 20.000 Unfälle gemeldet. Schulsanitätsdienste sind keine Kür, sondern ein unverzichtbares Glied in der Rettungskette. Dass junge Menschen diese Verantwortung freiwilllig übernehmen, verdient nicht nur Respekt. Es verdient Nachahmung."
Steffi Jarosch, Sachgebietsleitung Bildungseinrichtungen der Präventionsabteilung der Unfallkasse Nord

„Unsere Schulsanitätsdienste leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und zum Selbstwirksamkeitserleben von Schülerinnen und Schülern: Die einen können im Schulalltag schnell Erste Hilfe erhalten, die anderen erleben, wie ihr Handeln anderen hilft. Gleichzeitig werden Verantwortungsbewusstsein, soziales Engagement und wichtige Erste-Hilfe-Kompetenzen gefördert.
Der Wettbewerb der Hamburger Schulsanitätsdienste ermöglicht Schülerinnen und Schülern, ihre Erste-Hilfe-Kompetenzen in realitätsnahen Übungen praxisorientiert zu demonstrieren und weiterzuentwickeln. So werden sowohl die individuelle Expertise als auch die Qualität der schulischen Sanitätsdienste nachhaltig gestärkt.“
Gesche Scheffner, Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung an Schulen (LI)

Kategorie Gymnasien

Platz 1:  Gymnasium Altona (300 Euro)
Platz 2:  Gymnasium Oberalster (200 Euro)
Platz 3:  Gymnasium Heinrich-Heine (100 Euro)

Kategorie Stadtteilschulen

Platz 1:  Geschwister-Scholl-Stadtteilschule (300 Euro)
Platz 2:  Stadtteilschule Max-Brauer (200 Euro)
Platz 3:  Stadtteilschule Bergedorf (100 Euro)
Platz 3:  Stadtteilschule Meiendorf (100 Euro)

Hintergrund: Schulsanitätsdienste in Hamburg

Schulsanitätsdienste (SSD) bestehen aus ehrenamtlich tätigen Schülerinnen und Schülern, die an ihrer Schule medizinische Erstversorgung leisten. In Hamburg werden sie von den Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund, Jugendrotkreuz, Johanniter Jugend und Malteser Jugend ausgebildet und begleitet. Der Wettbewerb wird seit 2010 von der Unfallkasse Nord und dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) Hamburg veranstaltet und findet in diesem Jahr zum 16. Mal statt.

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