FondsSuperMarkt: Wie kam es zu der Idee, Solarprojekte in Subsahara-Afrika zu finanzieren, sodass daraus sowohl ein gesellschaftlicher Nutzen vor Ort als auch eine Renditechance für Anleger entstehen kann?
Invest in Visions: Die Idee entstand bereits 2019, als ein Team von Invest in Visions nach Kenia reiste, um die Entwicklungsmöglichkeiten des Solarsektors in Subsahara-Afrika vor Ort zu analysieren. Dabei wurde schnell deutlich, dass die Region über ein enormes Potenzial verfügt: Nirgendwo auf der Welt ist die Sonneneinstrahlung höher, gleichzeitig ist der Ausbau der Solarenergie noch vergleichsweise gering.
Wir haben darin die Chance gesehen, mit Kapital gezielt eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Durch die Finanzierung etablierter Solarunternehmen können Unternehmen, öffentliche und private Haushalte Zugang zu sauberer und bezahlbarer Energie erhalten. Das verbessert nicht nur die Lebensqualität und stärkt die lokale Wirtschaft, sondern reduziert auch die Abhängigkeit von teuren und klimaschädlichen Dieselgeneratoren.
Für Anlegerinnen und Anleger entsteht daraus eine interessante Verbindung von Wirkung und Rendite: Sie tragen zur Finanzierung einer wichtigen Zukunftsinfrastruktur bei und partizipieren gleichzeitig an einem Markt mit erheblichem Wachstumspotenzial. Genau diese Kombination aus gesellschaftlichem Nutzen und attraktiven Ertragschancen macht den Ansatz für uns so überzeugend.
FondsSuperMarkt: Was hat Invest in Visions dazu bewogen, einen ELTIF für diese Strategie zu wählen, und was unterscheidet ihn konzeptionell vom IIV Mikrofinanzfonds, der als Rentenfonds aufgelegt wurde?
Invest in Visions: Invest in Visions wurde 2006 mit dem Ziel gegründet, institutionellen und privaten Anlegern Zugang zu Investments zu eröffnen, die neben einer finanziellen Rendite auch einen messbaren gesellschaftlichen Nutzen stiften. Die Finanzierung nachhaltiger Entwicklung durch privatwirtschaftliche Lösungen ist daher seit jeher Teil unserer DNA.
Mit der Reform des ELTIF-Regelwerks wurde ein regulatorischer Rahmen geschaffen, der es auch privaten Anlegerinnen und Anlegern ermöglicht, in die direkte Kreditvergabe an Unternehmen zu investieren. Diese Entwicklung hat für uns die Möglichkeit eröffnet, ein Produkt zu initiieren, das gezielt den Ausbau der Solarenergie in Subsahara-Afrika finanziert.
Konzeptionell unterscheidet sich der IIV Solar Electrification Debt ELTIF vom IIV Mikrofinanzfonds. Während Mikrofinanz über die Finanzierung von Mikrofinanzinstituten den Zugang zu Finanzdienstleistungen fördert und damit finanzielle Inklusion ermöglicht, vergibt der IIV Solar Electrification Debt ELTIF Darlehen direkt an Unternehmen im Solarsektor. Das Kapital wird dort eingesetzt, um den Zugang zu sauberer und bezahlbarer Energie auszubauen und die Elektrifizierung von Haushalten und Unternehmen voranzutreiben.
Beide Fonds verfolgen somit das gleiche Grundprinzip – die Verbindung von Wirkung und Rendite –, adressieren jedoch unterschiedliche Entwicklungsziele und nutzen dafür unterschiedliche Finanzierungsstrukturen.
FondsSuperMarkt: Sie starten mit fünf Zielländern. Welche Länder oder Projekte schließen Sie dabei grundsätzlich aus, und welche Mindestanforderungen müssen Kreditnehmer erfüllen?
Invest in Visions: Grundsätzlich investieren wir ausschließlich in Länder, die unseren regulatorischen und internen Risikokriterien entsprechen. Ausgeschlossen sind jene Länder, die von der EU als Hochrisiko-Staaten eingestuft werden oder deren politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen aus unserer Sicht keine verantwortungsvolle Kreditvergabe zulassen.
Die Zielländer Botswana, Ghana, Nigeria, Ruanda, Sambia, Senegal, Tansania und Uganda bieten ein attraktives Zusammenspiel aus hohem Bedarf an Energieinfrastruktur, wachsendem Solarmarkt und geeigneten Rahmenbedingungen für langfristige Investitionen.
Auch auf Unternehmensebene gelten strenge Anforderungen. Jeder potenzielle Kreditnehmer durchläuft einen umfassenden Due-Diligence-Prozess, der sowohl finanzielle Kennzahlen als auch Aspekte der Unternehmensführung, des Risikomanagements sowie soziale und ökologische Kriterien berücksichtigt. Wir finanzieren ausschließlich Unternehmen, die über ein tragfähiges Geschäftsmodell, eine nachvollziehbare Wachstumsstrategie und einen klar messbaren Beitrag zur Elektrifizierung vor Ort verfügen.
Dabei profitieren wir von fast 20 Jahren Erfahrung im Impact Investing sowie von unserem spezialisierten Netzwerk in den Zielregionen.
FondsSuperMarkt: Warum ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für Anleger, um in Solarenergie in Subsahara-Afrika zu investieren?
Invest in Visions: Es ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, weil aufgrund fallender Preise für Solarmodule, Batterien und Inverter die Gestehungskosten für Solarenergie auch in Subsahara-Afrika so stark gesunken sind, dass Photovoltaik mittlerweile die günstigste Form der Stromversorgung bietet. Der Strom aus den nationalen Netzen ist im Schnitt doppelt so teuer. Hinzu kommt, dass die staatlichen Stromnetze chronisch unzuverlässig sind und die Versorgung durch Diesel-Back-up-Generatoren gesichert werden muss, die die Kosten zusätzlich erhöhen, Menschen sowie die Umwelt schädigen und die Stromverbraucher der Unsicherheit fluktuierender Ölpreise aussetzen. Die Preisschere wird in den kommenden Jahren weiter zugunsten von Photovoltaik auseinander gehen, da nationale Stromversorger überschuldet sind und die Preise weiter erhöhen müssen. Diese Entwicklungen haben dazu geführt, dass immer mehr afrikanische Haushalte und Unternehmen auf Solarenergie umsteigen wollen. Einspeisevergütungen, die in verschiedenen Ländern wie Nigeria und Ghana vor der Umsetzung stehen, werden die Attraktivität von Solarenergie zusätzlich erhöhen. Zugleich erhalten Unternehmen, die auf Planung, Installation und Vertrieb von Solarsystemen spezialisiert sind und die Verbreitung von Solarenergie in Afrika voranbringen können, von den lokalen Banken keine Wachstumsfinanzierung bzw. nur zu sehr schlechten Bedingungen, weshalb sie auf Finanzierung durch Fonds wie den IIV Solar Electrification Debt ELTIF angewiesen sind.
FondsSuperMarkt: Der Fonds liegt seit Auflage im Mai 2025 aktuell rund 5 % im Minus. Worauf ist diese Entwicklung zurückzuführen und wie ordnen Sie diese im langfristigen Kontext ein?
Invest in Visions: Wie bereits beim IIV Mikrofinanzfonds leisten wir beim IIV Solar Electrification Debt ELTIF Pionierarbeit. Der Aufbau eines Portfolios aus direkten Unternehmensfinanzierungen erfordert eine intensive Vorbereitungs- und Prüfungsphase. Bevor ein Darlehen vergeben wird, werden die Unternehmen, die Sicherheitenstrukturen sowie die regulatorischen und operativen Rahmenbedingungen umfassend analysiert.
Diese sorgfältige Aufbauarbeit hat dazu geführt, dass in der Anfangsphase bereits laufende Fondskosten angefallen sind, während die Zinserträge aus den Investitionen noch nicht vereinnahmt werden konnten. Die Wertentwicklung ist daher vor allem Ausdruck der frühen Aufbauphase des Fonds und nicht auf Kreditausfälle oder eine Verschlechterung der Qualität des Portfolios zurückzuführen.
Mit der Vergabe der ersten Darlehen und den daraus resultierenden Zins- und Tilgungsrückflüssen erwarten wir, dass die Erträge des Fonds dessen Kosten zukünftig übersteigen und dadurch das Fondsvermögen und der daraus abgeleitete Anteilswert steigen wird. Anleger sollten den Fonds daher als langfristiges Investment betrachten. Gerade bei einer Strategie, die auf den Aufbau neuer Finanzierungsstrukturen und nachhaltiger Infrastruktur in Wachstumsregionen abzielt, ist eine gewisse Anlaufphase nicht ungewöhnlich.
FondsSuperMarkt: Welche Chancen bietet der Fonds, und welche Risiken müssen Anleger realistisch einkalkulieren?
Invest in Visions: Der IIV Solar Electrification Debt ELTIF bietet Investoren die Möglichkeit, sich an der Energiewende in Subsahara-Afrika zu beteiligen. Mit ihrer Investition unterstützen sie den Ausbau sauberer Energieversorgung in Regionen, in denen viele Menschen und Unternehmen noch keinen verlässlichen Zugang zu Strom haben. Gleichzeitig leistet der Fonds einen Beitrag zu mehreren Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, insbesondere in den Bereichen Energieversorgung, wirtschaftliche Entwicklung und Klimaschutz.
Aus Anlegersicht ist zudem die geringe Korrelation zu den klassischen Kapitalmärkten ein wichtiger Aspekt. Die Erträge des Fonds werden primär durch die Rückzahlung und Verzinsung der vergebenen Darlehen bestimmt und sind daher weniger von den Schwankungen an den Aktien- und Rentenmärkten abhängig. Als Publikumsfonds mit Fokus auf die Finanzierung von Solarunternehmen in Subsahara-Afrika bietet der Fonds darüber hinaus eine interessante, weil seltene, regionale Diversifikation.
Gleichzeitig sollten Anleger die spezifischen Risiken einer solchen Strategie realistisch einschätzen. Subsahara-Afrika ist eine dynamische Wachstumsregion, verfügt jedoch vielerorts noch über wenig entwickelte Finanzmärkte. Hinzu kommen politische, wirtschaftliche und regulatorische Risiken sowie die allgemeinen Risiken der Kreditvergabe an Unternehmen. Diese Herausforderungen versuchen wir durch eine sorgfältige Länderauswahl, intensive Due-Diligence-Prozesse, eine breite Diversifikation des Portfolios und eine laufende Überwachung der Kreditnehmer zu begrenzen. Dennoch handelt es sich um eine langfristig orientierte Anlage, bei der Chancen und Risiken untrennbar miteinander verbunden sind.
FondsSuperMarkt: Wie groß ist der Bedarf an Finanzierung für Solarprojekte in Subsahara-Afrika heute und welches Wachstumspotenzial sehen Sie für den Fonds langfristig?
Invest in Visions: Der Bedarf an Finanzierung ist enorm. Subsahara-Afrika verfügt über 60 Prozent der besten Sonnenressourcen, aber über weniger als 1 Prozent der weltweit installierten PV-Kapazität. Allein im Bereich „Commercial & Industrial Solar PV“, also der Stromversorgung von Unternehmen, werden die Finanzierungsopportunitäten für die kommenden Jahre auf 11 Milliarden US-Dollar geschätzt. Für die Elektrifizierung der 600 Millionen Menschen in Subsahara-Afrika, die bislang ganz ohne Stromversorgung sind, werden bis zum Jahr 2035 zusätzlich sogar 135 Milliarden US-Dollar veranschlagt. Wir sehen für den Fonds daher ein sehr großes langfristiges Wachstumspotenzial.
FondsSuperMarkt: Welche Rolle kann ein Fonds wie dieser im Depot eines Privatanlegers spielen und für wen eignet sich die Strategie besonders gut?
Invest in Visions: Der IIV Solar Electrification Debt ELTIF (und der IIV Mikrofinanzfonds) können im Depot eines Privatanlegers vor allem die Rolle eines diversifizierenden Bausteins übernehmen. Über den Fonds erhalten Anleger Zugang zu Private-Market-Investments, einem Anlagesegment, das traditionell vor allem institutionellen Investoren vorbehalten war. Dadurch werden Portfolios um eine Anlageklasse ergänzt, deren Wertentwicklung wenig von den täglichen Schwankungen an Aktien- und Anleihemärkten beeinflusst wird.
Besonders interessant ist die Strategie für langfristig denkende Anleger, die neben finanziellen Erträgen auch eine positive gesellschaftliche und ökologische Wirkung erzielen möchten. Durch die Finanzierung von Solarunternehmen in Subsahara-Afrika trägt der Fonds zum Ausbau der Energieinfrastruktur und zur Förderung nachhaltiger Entwicklung bei.
Gleichzeitig sollten Investoren berücksichtigen, dass Private-Market-Anlagen naturgemäß weniger liquide sind als börsengehandelte Wertpapiere. Der Fonds eignet sich daher vor allem für Anleger, die einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont haben und auf einen Teil ihres investierten Kapitals nicht jederzeit kurzfristig zugreifen müssen. Im Gegenzug zu der geringeren Liquidität bieten solche Strategien häufig die Chance auf attraktive, vergleichsweise stabile Erträge sowie eine zusätzliche Diversifikation innerhalb des Gesamtportfolios.
Fondsdetails: IIV Solar Electrification Debt ELTIF
ISIN LU2953736365
WKN A40J9R
Fondskategorie ELTIF, Welt
Ausgabeaufschlag Bis zu 2,91 % (FondsSuperMarkt-Rabatt 100%)
Ertragsverwendung Thesaurierend
Laufende Kosten (ohne Transaktionskosten) 2,50 % (26.05.2026)
Performance Fee –
Auflegung 05.05.2025
Fondsvolumen 1,72 Mio. EUR (30.03.2026)
Risikoklasse (SRI) 3 von 7
Über die Invest in Visions GmbH
Invest in Visions wurde 2006 von Edda Schröder gegründet, um institutionellen und privaten Anlegern den Zugang zu wirkungsorientierten Investments (Impact) zu ermöglichen. Das Unternehmen ist überzeugt, dass Kapital nicht nur Rendite erwirtschaften, sondern positive gesellschaftliche Veränderungen anstoßen kann, mit Fokus auf Entwicklungs- und Schwellenländer. Als Bindeglied zwischen Investoren und Endkreditnehmern verwaltet Invest in Visions unter anderem den ersten deutschen Mikrofinanzfonds für Privatanleger sowie den IIV Solar Electrification Debt ELTIF, den ersten europäischen Publikumsfonds zur Finanzierung netzunabhängiger Stromversorgung in Subsahara-Afrika.
FondsSuperMarkt als Kernmarke der INFOS AG ist mit mehr als 24.000 angebotenen Fonds und ETFs und sechs Partnerbanken – darunter comdirect und FNZ Bank – eine der führenden Fondsplattformen im Internet. Rund 19.400 Kunden vertrauen bereits auf das Angebot des unabhängigen Vermittlers von Investmentfonds ohne Ausgabeaufschlag. Dabei richtet sich FondsSuperMarkt an Anleger, die kostenbewusste Selbstentscheider sind und bietet diesen neben einer einzigartigen Zahl von Fonds mit 100 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag u. a. umfangreiche Analysetools zur Fondsauswahl. Zu den dauerhaft günstigen Konditionen zählt neben dem komplett entfallenden Ausgabeaufschlag bei den meisten Fonds beispielsweise ein kostenloses Depot bei der FNZ Bank bereits ab einem Depotvolumen von 1.500 Euro. FondsSuperMarkt gehört zur Miltenberger Finanzgruppe, die aktuell Kundenvermögen von deutlich über einer Milliarde Euro betreut. Weitere Informationen unter www.fonds-super-markt.de. Stand: Februar 2026
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