Tag der Verkehrssicherheit: Ladungssicherung darf kein Ergebnis von Berechnungsglück sein

Jährlich sterben fast 3.000 Menschen im Straßenverkehr. Darauf macht der Tag der Verkehrssicherheit am dritten Samstag im Juni jedes Jahr aufmerksam. Ziel des Aktionstags ist es, durch Aufklärungskampagnen und Fachveranstaltungen das Bewusstsein für sicheres Verkehrsverhalten zu schärfen und Unfallrisiken zu minimieren. Dabei spielt auch das Thema der Ladungssicherung eine wichtige Rolle, wie Guido Elting von der Elting Metalltechnik GmbH sagt. Denn gerade im Hinblick auf die sachgemäße Verwendung von Zurrgurten haben Verantwortliche große Wissenslücken. Das hat eine nicht repräsentative Umfrage unter Fahrern und Ausbildern ergeben.

Dürfen Zurrgurte geknotet oder eingeschnitten sein? Wann sind Zurrgurte ablegereif? Dürfen Zurrgurte gedreht werden? Diese und weitere Fragen hatte Michael Girbes, zertifizierter Sachverständiger und selbst Ausbilder im Bereich Ladungssicherung, in seiner Befragung Ende 2025 gestellt. Das Ergebnis: Nur 2,5 Prozent der 118 Teilnehmenden konnten alle Fragen zum Thema Zurr- und Spanngurte korrekt beantworten. „Zurr- und Spanngurte sind und bleiben ein unverzichtbares Werkzeug der Ladungssicherung. Aber ihre sachgerechte Anwendung wird in der täglichen Praxis systematisch unterschätzt, häufig fehlerhaft ausgeführt und zu selten kontrolliert. Wenn nur so wenige Teilnehmende alle Anwendungsfragen korrekt beantworten können, ist hier noch Aufklärungsarbeit zu leisten, damit Waren unter allen Verkehrsbedingungen sicher transportiert werden“, erklärt Guido Elting, Geschäftsführer von Elting Metalltechnik.

Ladungssicherung darf kein Ergebnis von Berechnungsglück sein
Zurr- und Spanngurte sichern Ladung, indem sie diese durch Kraftaufwand (Niederzurren) auf die Ladefläche pressen oder durch Direktverbindungen (Direktzurren) formschlüssig blockieren. Sie bestehen aus einem Gurtband und einem Spannelement wie einer Ratsche. Beim Niederzurren (kraftschlüssig) wird der Gurt über die Ladung geführt und an beiden Seiten am Fahrzeug verzurrt. Die Ratsche spannt den Gurt, wodurch die Ladung auf die Ladefläche gepresst wird. Die erhöhte Reibung verhindert das Verrutschen. Beim Direktzurren (formschlüssig) werden die Gurte zwischen den Zurrpunkten am Fahrzeug und festen Anschlagpunkten der Ladung befestigt. Dies blockiert wiederum die Bewegung der Waren in alle Richtungen.

Zurr- und Spanngurte gelten dabei aufgrund ihrer Flexibilität, ihrer geringen Anschaffungskosten und ihrer einfachen Handhabung als Standardlösung in der Transportlogistik. Diese scheinbare Einfachheit trügt jedoch: Der normgerechte Einsatz von Gurtsystemen bei der kraftschlüssigen Ladungssicherung setzt komplexe Fachkenntnisse voraus. Anwender müssen unter anderem die erforderliche Anzahl der Gurte für das jeweilige Ladegut berechnen, die wirkenden Kräfte bei unterschiedlichen Zurrwinkeln kennen und die Auswirkung von Reibbeiwerten in variablen Lagesituationen korrekt einschätzen. „Aus unserer Erfahrung sind Zeitdruck, wechselndes Fahrerpersonal und mangelndes Wissen über physikalische Zusammenhänge häufige Ursachen dafür, dass Ladung nicht ausreichend gesichert wird", so Elting.

Typische Fehler bei der kraftschlüssigen Ladungssicherung seien dabei: unzureichende Vorspannkräfte, fehlerhafte Zurrwinkel, die die tatsächlich wirksame Sicherungskraft reduzieren, sowie ungeeignete Anschlagpunkte, die weder konstruktiv noch nach Norm für den Lasteintrag ausgelegt sind. Verdrehungen im Gurtband können die Gurtkraft zusätzlich mindern und die Nutzungsdauer des Materials beeinträchtigen. „Transportbetriebe, Verlader und Speditionen sind aufgefordert, ihre Sicherungskonzepte grundlegend zu überprüfen – und dabei noch stärker auf formschlüssige Systeme zu setzen, die Sicherheit strukturell gewährleisten, anstatt sie von der Tagesform des Anwenders abhängig zu machen. Ladungssicherheit darf kein Ergebnis von Berechnungsglück sein.“

Formschluss vor Kraftschluss
Da die Ladung bei der formschlüssigen Sicherung durch physikalische Begrenzungen gesichert wird und nicht durch Reibkraft und Vorspannung, entfallen komplexe Berechnungen, Reibbeiwerte spielen keine Rolle und die Sicherungswirkung ist weitgehend unabhängig von der Bedienqualität des Anwenders. „Nicht umsonst gilt in der Ladungssicherung das Prinzip ‚Formschluss vor Kraftschluss‘. Formschluss ist die wesentlich sicherere und langlebigere Methode“, führt Elting aus.

Elting selbst ist Fachmann auf dem Gebiet, stellt seine Firma mit dem VarioSAVE-System doch ein Steckrungensystem zur formschlüssigen Ladungssicherung her. Sowohl für schwere Lkw als auch für leichte Pkw-Anhänger. „Formschlüssige Systeme können zudem den Be- und Entladeprozess vereinfachen, den Kontrollaufwand reduzieren und eine flexible Anpassung an unterschiedliche Ladungssituationen ermöglichen.“

Über die Elting Metalltechnik GmbH & Co. KG

Die Elting Metalltechnik GmbH & Co. KG ist Hersteller von Fahrzeugbaukomponenten und Ladungssicherungssystemen für die Transport und Logistikbranche sowie von metallischen Halbzeugen für Industrie und Handwerk. Das Unternehmen verfügt fast 90 Jahre Erfahrung in der Metallbearbeitung. In der Auftragsfertigung deckt Elting von der Planung über Zuschnitt und Umformung bis hin zu Schweißbaugruppe und Endmontage alle Schritte der CNC-Blechverarbeitung ab. Eine weitere Kernkompetenz ist die Fertigung groß dimensionierter Rohr- und Profil-Laserteile in Stahl, Edelstahl und Aluminium. Mit Fertigungsdimensionen von bis zu 408 mm Durchmesser bzw. 300 x 300 mm auf 15 m Länge gehört die 3D-Rohrlaseranlage der Elting Metalltechnik GmbH & Co. KG zu den größten Anlagen Europas. Dabei ist Elting fertigungstechnisch für mittlere bis große Losgrößen ausgelegt. Das Familienunternehmen produziert ausschließlich in Deutschland an den beiden Standorten Isselburg und Bocholt im Münsterland und beschäftigt rund 70 Mitarbeiter.

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