Grosso-Verband verurteilt konzertierte Kündigungswelle durch Verlagsallianz aufs Schärfste

Der Gesamtverband Pressegroßhandel protestiert entschieden dagegen, dass die mächtigen Verlage der sogenannten Allianz Fit for Future in einer abgestimmten Aktion ihre Verträge mit unabhängigen Presse-Grossisten des Siegburger Kreises gekündigt haben. Dieses Vorgehen ist nicht nur verantwortungslos, sondern wirtschaftlich und gesellschaftlich hoch problematisch.

Nach Auffassung des Gesamtverbandes handelt es sich um einen in dieser Form bislang einmaligen Vorgang: die gezielte und abgestimmte Vernichtung einer unabhängigen Wirtschaftsstufe mit wirtschaftlich gesunden, agilen und effizient arbeitenden Unternehmen mit hunderten qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Diese Unternehmen haben ihre Leistungsfähigkeit und Reformbereitschaft wiederholt unter Beweis gestellt. „Ihre Zerschlagung entbehrt jeder sachlichen Grundlage, ist dysfunktional und nicht wie dargestellt alternativlos. Tatsächlich haben die Presse-Grossisten weitreichende Vorschläge für die Gestaltung eines zukunftsfesten Pressevertriebs vorgelegt und sind weiterhin gesprächsbereit“, so Grosso-Vorstand Thorsten Mauch.

Bei der Durchsetzung ihres Vertriebsmodells im Markt nehmen die Verlage nicht nur existentielle Schäden für den unabhängigen Pressegroßhandel in Kauf, sondern untergraben bewusst funktionierende Strukturen für einen neutralen, vielfaltssichernden Pressevertrieb. Die hohen Risiken dieses kompromisslosen und konzertierten Vorgehens für die Presseversorgung in den betroffenen Regionen und die Pressevielfalt insgesamt werden offenbar ignoriert.

Neben dem Grosso-Verband warnen vermehrt auch Verlage und Nationaldistributoren eindringlich vor der Umsetzung des Vorhabens. Branchenexperten sehen erhebliche und bislang unkalkulierbare rechtliche, finanzielle und organisatorische Risiken. Mauch bekräftigt: „Über dem gesamten FFF-Vorhaben schwebt das Damoklesschwert der rechtlichen Unzulässigkeit. Gleichzeitig wird allgemein mit einer disruptiven Übergangsphase gerechnet, die unweigerlich zu praktischen Problemen führt.“

Die von dem FFF-Vorhaben betroffenen Grosso-Unternehmen versorgen derzeit auf einer Fläche von mehr als 41 Prozent Deutschlands bundesweit 28.113 Pressverkaufsstellen werktäglich mit maßgeschneiderten Zeitungs- und Zeitschriftensortimenten. Diese großflächigen Vertriebsräume müssten von den künftigen „Systempartnern“ vollständig neu erschlossen werden – ohne regionale Marktkenntnisse und ohne belastbare vertriebliche Kennzahlen.

Der Grosso-Verband fordert die verantwortlichen Verlage daher unmissverständlich auf, diesen hochriskanten Kurs sofort zu stoppen und die ausgesprochenen Kündigungen bis zu einer rechtlichen Klärung auszusetzen. Alles andere wäre ein fataler Schritt gegen unternehmerische Verantwortung, wirtschaftliche Vernunft sowie die Stabilität der flächendeckenden und diskriminierungsfreien Presseversorgung.

Wie Mauch bestätigt, werden die gekündigten Grosso-Unternehmen diesen Vorgang nicht widerspruchslos hinnehmen. Sie haben in einem ersten Schritt die auf Kartellrecht spezialisierte Kanzlei Buntscheck damit beauftragt, Rechtsmittel gegen die Einstellung des Ermittlungsverfahrens des Bundeskartellamts einzulegen und den beteiligten Verlagen die Umsetzung ihres FFF-Modells, an dessen kartellrechtlicher Zulässigkeit die 6. Beschlussabteilung im „Vorsitzendenschreiben" selbst zu zweifeln scheint, gerichtlich untersagen zu lassen. Die Duldung des Vorhabens durch das Bundeskartellamt darf rechtlich keinen Bestand haben.

Der Grosso-Verband wird den weiteren Verlauf des Verfahrens konstruktiv-kritisch begleiten und die Öffentlichkeit über wesentliche Entwicklungen informieren. 

 

Über den Gesamtverband Pressegroßhandel e.V.

Der GESAMTVERBAND PRESSEGROSSHANDEL tritt für einen diskriminierungsfreien Vertrieb von Zeitungs- und Zeitschriftensortimenten ein. Er leistet einen wesentlichen im öffentlichen Interesse stehenden Beitrag zur Pressefreiheit und -vielfalt. Zu seinen Kernaufgaben zählen praxisnahe Services im Bereich Marketing, Key Accounting und Datenmanagement sowie klassische Verbandsfunktionen wie Public Affairs, Öffentlichkeitsarbeit und Recht. www.pressegrosso.de

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