Das Werk Ingrid Wieners ist so facettenreich wie ihre Persönlichkeit. In der Lippold-Galerie zeigt das Marta Herford die bislang größte museale Ausstellung der österreichischen Künstlerin (*1946) in Deutschland. In handgefertigten Gobelins und aquarellierten Traumzeichnungen verarbeitet die heute 83-jährige persönliche Motive aus ihrem Alltag und erforscht neue Möglichkeiten der Bildfindung. Unter dem Titel Einfach machen und tun umfasst die Schau im Marta außerdem kollaborative Arbeiten und musikalische Performances Ingrid Wieners. Auch ein Briefwechsel zwischen ihr und Nils Röller ist Teil der Ausstellung und begegnet uns in dessen Vortrag zum Finissage-Wochenende wieder.
Programm Finissage-Wochenende
Sa 21. 2. 2026: Verflechtungen, Vorträge zum Werk Ingrid Wieners
Ticket: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro, an der Museumskasse und im Onlineshop
Ort: Marta-Forum
16 Uhr, Thomas Brinkmann: Das Wunderbare und das Nützliche
Der Musiker und Künstler Thomas Brinkmann betrachtet in seinem Vortrag Das Wunderbare und das Nützliche die Beziehungen zwischen Weberei, Informatik, Politik und Musik. Darin kommen der Austausch und Kollaborationen mit Ingrid Wiener ebenso wie Oswald Wiener zum Tragen: Von Verweisen in Traumzeichnungen Wieners, über Lochkarten-Maschinen bis hin zu Brinkmanns klanglicher Verarbeitung von Webstuhlklängen. Auf Basis einer Mindmap entfaltet Brinkmann das Beziehungsgeflecht dieser Elemente.
Thomas Brinkmann lebt in Berlin und in der Eifel und ist konzeptioneller elektronischer Musiker und Künstler. Er studierte Bildende Kunst an der Düsseldorfer Kunstakademie (Oswald Wiener, Friedrich Wolfram Heubach, Jannis Kounellis) und verbrachte kurzzeitig Zeit an der Academia delle Belle Arti in Perugia. 1997 nahm er an der documenta X (Hybrid Work Space) sowie an weiteren Ausstellungen und Performances teil, darunter PS1 New York, Cité de la musique / Paris La Villette, Palazzo Grassi / Venedig und Tate Tanks / London. Brinkmann veröffentlichte mehr als 60 Platten und CDs, darunter What You Hear (Is What You Hear) (2015), A Thousand Keys (2017) und Raupenbahn (2019), sowie verschiedene Texte u. a. bei Non-Copyriot und Mille Plateaux.
17 Uhr, Nils Röller: Kunst ist wenn man’s trotzdem macht
Trotz der Kritik am blossen Kopieren und Abweben.
Trotz der Zeit, die das Weben beansprucht.
Trotz der Reisen.
Der Vortrag folgt dem Titel von Ingrid Wieners Arbeit Kunst ist wenn man’s trotzdem macht und entwickelt Wieners Ästhetik der Zeitgestaltung: Wie beim Weben Produktionszeit zu einem Vehikel radikaler Gegenwartsgestaltung wird.
Nils Röller lebt in Zürich und ist Professor an der Zürcher Hochschule der Künste. Er ist Autor der Bücher Roth der Grosse (2013), Bittermeer – Mare amoroso (2017) und Alpentram (2021). Röller arbeitet außerdem am Journal für Kunst, Sex und Mathematik (online) und am Aufbau des Vilém Flusser-Archivs. Zu seinen aktuellen Veröffentlichungen zählen: Philosophia – Poetik der Wahrnehmung (2025), Fragmente des Kanzlers des Kaisers (2025), Idiome 18 (2025) sowie Reine Mittel – Pure Means in ICONIC + LOG (2025). Weitere Informationen: https://www.romanform.ch/
So 22. 2. 2026
17 Uhr: Letzte Blicke Führung
Ticket: 3,50 Euro zzgl. Ausstellungseintritt, ohne Anmeldung, an der Museumskasse und im Onlineshop
Zur Finissage von Ingrid Wiener – Einfach machen und tun richtet die Marta-Direktorin Kathleen Rahn einen persönlichen Blick auf die endende Ausstellung. In dem einstündigen Rundgang erfahren die Teilnehmer*innen Hintergrundinformationen über die Künstlerin und ihr Schaffen wie auch über einzelne Themen der Schau.
Weitere Informationen unter https://marta-herford.de/kalender/.
Marta Herford gGmbH
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32052 Herford
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