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	<title>Firma Forschungsverbund Berlin, Autor bei Deutscher Presseindex</title>
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	<title>Firma Forschungsverbund Berlin, Autor bei Deutscher Presseindex</title>
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		<title>Fledermäuse im Himalaya sind in hohen Lagen funktionell weniger vielfältig als in niedrigeren Lagen &#8211; bei gleicher evolutionärer Diversität</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Firma Forschungsverbund Berlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Nov 2021 09:59:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung und Entwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine einfache Methode zur Messung der biologischen Vielfalt ist über die Anzahl der Arten (taxonomische Vielfalt), doch in jüngerer Zeit gewinnen weitere Maße an Bedeutung: die funktionelle Vielfalt – also die Vielfalt der phänotypischen Merkmale, die es den Organismen ermöglichen, ihre ökologischen Funktionen zu erfüllen ­– und die phylogenetische Vielfalt, d. h. die Vielfalt der<a class="moretag" href="https://www.deutscherpresseindex.de/2021/11/24/fledermaeuse-im-himalaya-sind-in-hohen-lagen-funktionell-weniger-vielfaeltig-als-in-niedrigeren-lagen-bei-gleicher-evolutionaerer-diversitaet/" data-wpel-link="internal"><span class="screen-reader-text">Read more about Fledermäuse im Himalaya sind in hohen Lagen funktionell weniger vielfältig als in niedrigeren Lagen &#8211; bei gleicher evolutionärer Diversität</span>[...]</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.deutscherpresseindex.de/2021/11/24/fledermaeuse-im-himalaya-sind-in-hohen-lagen-funktionell-weniger-vielfaeltig-als-in-niedrigeren-lagen-bei-gleicher-evolutionaerer-diversitaet/" data-wpel-link="internal">Fledermäuse im Himalaya sind in hohen Lagen funktionell weniger vielfältig als in niedrigeren Lagen &#8211; bei gleicher evolutionärer Diversität</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deutscherpresseindex.de" data-wpel-link="internal">Deutscher Presseindex</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text">Eine einfache Methode zur Messung der biologischen Vielfalt ist über die Anzahl der Arten (taxonomische Vielfalt), doch in jüngerer Zeit gewinnen weitere Maße an Bedeutung: die funktionelle Vielfalt – also die Vielfalt der phänotypischen Merkmale, die es den Organismen ermöglichen, ihre ökologischen Funktionen zu erfüllen ­– und die phylogenetische Vielfalt, d. h. die Vielfalt der Verästelungen im Baum des Lebens. In einer in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlichten Arbeit vergleicht ein Wissenschaftsteam unter Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) diese Ansätze: Es fand heraus, dass Artenreichtum und funktionelle Vielfalt von Fledermausgemeinschaften im Himalaya mit zunehmender Höhe abnehmen, die phylogenetische Vielfalt jedoch gleich bleibt. Ihre Ergebnisse geben Aufschluss über die Vielfalt der Fledermäuse im Himalaya und dienen als wichtige Grundlage für die Bewertung dieser Vielfalt im Kontext von Umweltveränderungen.</p>
<p>Erstautor Rohit Chakravarty vom Leibniz-IZW und seine Kolleg:innen untersuchten drei verschiedene Ansätze zur Ermittlung von Biodiversitätsmustern bei Fledermäusen entlang eines Höhengradienten im Himalaya. Gebirgsregionen bieten ideale Voraussetzungen für diese Art von Analysen, da sie eine große Anzahl unterschiedlicher Klima- und Vegetationszonen auf engem Raum umfassen. „Es ist gut bekannt, wie sich Artenreichtum entlang dieser Höhengradienten verändert, aber um die evolutionären Prozesse zu verstehen, die zu dieser Verteilung der Arten führen, muss man die Vielfalt der Merkmale und die Evolutionsgeschichte der Vielfalt analysieren“, erklärt Chakravarty. Das Team fing im westlichen Himalaya Fledermäuse in Höhenlagen zwischen 1500 und 3500 Metern und erfasste deren phänotypische Merkmale wie zum Beispiel Flügelform und Echoortungsrufe – beides sind wichtige Merkmale, die typisch für bestimmte Formen der Nahrungssuche sind. Diese Informationen verglichen sie mit dem Stammbaum der Fledermausarten im Himalaya, der die sogenannte phylogenetische Vielfalt widerspiegelt. „Die phylogenetische Vielfalt zeigt die Anzahl der Stufen oder evolutionären Anpassungen an, die die Arten voneinander unterscheiden“, erklärt Chakravarty. „Vom evolutionären Standpunkt aus ist das interessant. Drei Arten, die auf demselben Ast – oder sogar Zweig – des ‚Baum des Lebens‘ sitzen, haben eine gemeinsame Evolutionsgeschichte, das heißt, sie haben sich aus einem gemeinsamen Vorfahren entwickelt und können daher ähnliche Anpassungen an die Umweltbedingungen aufweisen. Sitzen diese drei Arten auf weit entfernten Ästen, verfügt die Gemeinschaft über eine höhere evolutionäre Vielfalt, was als phylogenetische Vielfalt bezeichnet wird.“</p>
<p>Aus evolutionsbiologischer Sicht bedeutet eine hohe phylogenetische Vielfalt nicht automatisch Gruppen von Arten mit unterschiedlichen Merkmalen. Die Wissenschaftler:innen stellten fest, dass Fledermausarten in höheren Lagen des Himalaya ähnliche Merkmale aufweisen, was darauf hindeutet, dass die dortigen Umweltbedingungen spezifische Merkmale “herausfiltern“, die für das Überleben in großen Höhen zwingend erforderlich sind. Allerdings war die phylogenetische Vielfalt in den höchsten Lagen nicht geringer als in den darunter liegenden Tälern, das heißt die Arten höherer Lagen waren ähnlich nah oder entfernt miteinander verwandt wie die Arten niedrigerer Lagen. „Dies zeigt, dass die Verwendung zusätzlicher Indikatoren für die Biodiversität, die über den Artenreichtum in einer Region hinausgehen, einen Mehrwert für die Bewertung der Vielfalt hat“, sagt Dr. Viktoriia Radchuk, Wissenschaftlerin in der Abteilung Ökologische Dynamik des Leibniz-IZW und Senior-Autorin der Studie. „Darüber hinaus wird deutlich, dass in diesem speziellen Fall die phylogenetische Diversität kein guter Ersatz für die Messung der funktionellen Diversität ist.“ In der untersuchten Region lassen sich die Unterschiede in der funktionalen und phylogenetischen Diversität auf eine Fledermausfamilie zurückführen, die Hufeisennasen. Diese Fledermausarten kommen nur in tieferen Lagen vor und weisen trotz ihrer Zugehörigkeit zur gleichen Familie (und der daraus resultierenden phylogenetischen Ähnlichkeit) sehr unterschiedliche Merkmale auf.</p>
<p>Betrachtet man biologische Vielfalt als mehr als nur die Anzahl der Arten in einer Region, bietet sich die Möglichkeit, die Evolution als vielschichtigen Prozess zu verstehen. Aufbauend auf dem in diesem wissenschaftlichen Aufsatz verfolgten Ansatz könnten künftige Arbeiten untersuchen, wie sich Fledermausarten entlang von Klima- und Vegetationsgradienten im Himalaya entwickelten. Dies könnte zu einem besseren Verständnis vergangener Evolutionsprozesse  beitragen und auch zuverlässigere Vorhersagen darüber ermöglichen, wie Arten auf künftige, veränderte Umweltbedingungen reagieren könnten. Der Himalaya erwärmt sich dreimal so schnell wie der globale Durchschnitt, was diese Fragen zu dringenden Themen der Umweltforschung macht.</p>
<p>Publikation<br />
Chakravarty R, Mohan R, Voigt CC, Krishnan A, Radchuk V (2021):<br />
<i>Functional diversity of Himalayan bat communities declines at high elevation without the loss of phylogenetic diversity.</i><br />
Scientific Reports. DOI: <a href="https://doi.org/10.1038/s41598-021-01939-3" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">10.1038/s41598-021-01939-3</a></div>
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<li>
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			</item>
		<item>
		<title>Leibniz-IZW gründet wissenschaftliche Kommunikations- und Crowdfunding-Plattform &#8222;KeepNatureAlive.de&#8220; aus</title>
		<link>https://www.deutscherpresseindex.de/2021/11/11/leibniz-izw-gruendet-wissenschaftliche-kommunikations-und-crowdfunding-plattform-keepnaturealive-de-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Forschungsverbund Berlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Nov 2021 13:20:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Energie- / Umwelttechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für eine maximale Wirksamkeit seiner Forschungsergebnisse zur Bewältigung der globalen Biodiversitätskrise setzt das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) auf einen engen Austausch mit der Gesellschaft und nutzt dafür auch innovative, multimedial Instrumente. Die neu aus dem Leibniz-IZW ausgegründete Plattform „Keep Nature Alive“ (www.keepnaturealive.de) setzt diesen Weg konsequent fort: „Keep Nature Alive“ verbindet digitale Kommunikation<a class="moretag" href="https://www.deutscherpresseindex.de/2021/11/11/leibniz-izw-gruendet-wissenschaftliche-kommunikations-und-crowdfunding-plattform-keepnaturealive-de-aus/" data-wpel-link="internal"><span class="screen-reader-text">Read more about Leibniz-IZW gründet wissenschaftliche Kommunikations- und Crowdfunding-Plattform &#8222;KeepNatureAlive.de&#8220; aus</span>[...]</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.deutscherpresseindex.de/2021/11/11/leibniz-izw-gruendet-wissenschaftliche-kommunikations-und-crowdfunding-plattform-keepnaturealive-de-aus/" data-wpel-link="internal">Leibniz-IZW gründet wissenschaftliche Kommunikations- und Crowdfunding-Plattform &#8222;KeepNatureAlive.de&#8220; aus</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deutscherpresseindex.de" data-wpel-link="internal">Deutscher Presseindex</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text"><b>Für eine maximale Wirksamkeit seiner Forschungsergebnisse zur Bewältigung der globalen Biodiversitätskrise setzt das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) auf einen engen Austausch mit der Gesellschaft und nutzt dafür auch innovative, multimedial Instrumente. Die neu aus dem Leibniz-IZW ausgegründete Plattform „Keep Nature Alive“ (<a href="http://www.keepnaturealive.de" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">www.keepnaturealive.de</a>) setzt diesen Weg konsequent fort: „Keep Nature Alive“ verbindet digitale Kommunikation und Crowdfunding und zielt auf diese Weise darauf ab, lebendige und engagierte Communities für Projekte an der Schnittstelle von Forschung und Umweltschutz zu etablieren. Zudem soll die Plattform kommunikationswissenschaftlich begleitet werden – als erste ihrer Art. </b></p>
<p>Bundesforschungsministerin Anja Karliczek setzt sich schon lange für eine zukunftsgerichtete Wissenschaftskommunikation ein, die eine Positionierung der Wissenschaft in der Mitte der Gesellschaft zum Ziel hat. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) umzusetzende Strategie zur Wissenschaftskommunikation (formuliert in einem Grundsatzpapier von 2019 ) betont die hohe gesellschaftliche Relevanz der Wissenschaftskommunikation und benennt Dialogorientierung, Allgemeinverständlichkeit sowie Vertrauensbildung in die Wissenschaft als bedeutende Parameter für dessen Qualität. Um diese Art von Wissensaustausch an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft zu ermöglichen und zu fördern, sieht sich auch das Leibniz-IZW in der Pflicht, vielfältige und effiziente Instrumente zu entwickeln. Insbesondere digitale Tools zur Plattform-Kommunikation sind dazu geeignet, niederschwellige und reichweitenstarke Kommunikation mit hohem Interaktionsgrad anzuregen.</p>
<p>Mit der Ausgründung von „Keep Nature Alive“ trägt das Leibniz-IZW diesen Zielen Rechnung. Die Plattform unterstützt nationale und internationale Projekte, die sich dafür einsetzen, den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen und die negativen Auswirkungen des Menschen auf Natur und Klima zu reduzieren. Dabei arbeitet die Plattform in enger Kooperation mit dem Leibniz-IZW und weiteren Forschungseinrichtungen und Institutionen zusammen. Zugleich wird auf der Plattform eine Gemeinschaft von Interessierten und Unterstützer:innen aufgebaut, die direkt mit den Initiator:innen der geförderten Projekten in kommunikativen Austausch treten können. Mithilfe der Plattform lernen Unterstützer:innen aus erster Hand etwas über die Arbeit von Naturschutzforschung und deren positive Auswirkungen auf die Artenvielfalt. Die Plattform hält Nutzer:innen über die unterstützten Projekte auf dem Laufenden, organisiert Online-Treffen mit Projektwissenschaftler:innen und ermöglicht zukünftig eventuell Aufenthalte und Vor-Ort-Termine bei den Projekten. Dies gibt den Nutzer:innen wertvolle Einblicke in die Arbeit der Projekte und bringt Wissenschaft und Gesellschaft in engen Austausch.</p>
<p>Keep Nature Alive ist die erste Kommunikations- und Crowdfunding-Plattform, die kommunikationswissenschaftlich begleitet werden soll. Um zukünftig Erkenntnisse über die Kommunikation mit verschiedenen Adressaten zu gewinnen und ausgewählte Kommunikationsinstrumente für Wissenschaftler:innen zu verbessern, soll u.a. eine internationale Kommunikations- und Crowdfunding-Kampagne zum BMBF-geförderten BioRescue-Projekt (<a href="http://www.biorescue.org" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">www.biorescue.org</a>) für die sozialen Medien entwickelt und  kommunikationswissenschaftlich begleitet werden. BioRescue ist ein Artenschutzforschungsprojekt zum Erhalt des Nördlichen Breitmaulnashorns. Die geplante Kampagne wird eine Weiterentwicklung der 2014 stattgefundenen „Ice Bucket Challenge“ sein. Diese sehr erfolgreiche amerikanische Kampagne machte weltweit auf die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam und warb wesentliche Drittmittel für die Forschung ein. Ziel der Begleitforschung von Keep Nature Alive wird es sein, Charakteristika von Nutzergruppen und Nutzerverhalten aus verschiedenen Ländern sowie Kommunikationswege und Funktionsprozesse von viralen Kampagnen zu untersuchen.</p>
<p>„Durch meine 20-jährige Kommunikationstätigkeit in der Naturschutzforschung am Leibniz-IZW habe ich tiefe Einblicke in aktuelle und zukünftige Herausforderungen für den Erhalt von Biodiversität gewonnen. Während dieser Zeit habe ich aus erster Hand erfahren, wie wichtig es ist, erlangtes, evidenzbasiertes Wissen fachgerecht zu vermitteln. Dadurch können Forschungsergebnisse maximal wirksam werden und zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen nachhaltig beitragen. Darüber hinaus habe ich auch den hohen Bedarf an Forschungsgeldern gesehen, den Naturforschungsprojekte zusätzlich zu staatlichen Förderstrukturen benötigen. Daher kann unsere neue Kommunikations- und Crowdfunding-Plattform ‚Keep Nature Alive‘ hier einen wesentlichen Beitrag zur Schaffung von neuen Synergien leisten“, erklärt Steven Seet, Gründer der Plattform und Leiter der Wissenschaftskommunikation am Leibniz-IZW.</p>
<p>„Nur was man kennt und zu schätzen weiß, schützt man. Aus diesem Grund haben wir ‚Keep Nature Alive‘ so konzipiert, dass es mehr ist als eine Naturschutzkasse oder eine Mautstation für unseren Planeten – unser Ziel ist es, durch Kommunikation und vielseitige Interaktionen zu informieren, zu engagieren und zu motivieren. Wenn wir das Bewusstsein für die aktuellen Umweltherausforderungen schärfen, Wissen über mögliche Lösungen verbreiten und Unterstützer:innen mit Wissenschaftler:innen und Naturschützer:innen in Kontakt bringen, können wir unsere Welt zum Besseren verändern”, sagt Jan Zwilling, Mitbegründer von Keep Nature Alive.</p></div>
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<div>Weiterführende Links</div>
<ul>
<li>
                        <a href="https://www.lifepr.de/inaktiv/forschungsverbund-berlin-ev/Leibniz-IZW-gruendet-wissenschaftliche-Kommunikations-und-Crowdfunding-Plattform-KeepNatureAlive-de-aus/boxid/874110" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">Originalmeldung dem Forschungsverbund Berlin e.V.</a>
                    </li>
<li>
                        <a href="https://www.lifepr.de/newsroom/forschungsverbund-berlin-ev" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">Alle Meldungen dem Forschungsverbund Berlin e.V.</a>
                    </li>
</ul></div>
<div class="pb-disclaimer">Für die oben stehende Pressemitteilung ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.
            </div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.deutscherpresseindex.de/2021/11/11/leibniz-izw-gruendet-wissenschaftliche-kommunikations-und-crowdfunding-plattform-keepnaturealive-de-aus/" data-wpel-link="internal">Leibniz-IZW gründet wissenschaftliche Kommunikations- und Crowdfunding-Plattform &#8222;KeepNatureAlive.de&#8220; aus</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deutscherpresseindex.de" data-wpel-link="internal">Deutscher Presseindex</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Alle europäischen Fledermausarten reagieren sensibel auf künstliches Licht &#8211; dies variiert jedoch zwischen Artengruppen und Lebensräumen</title>
		<link>https://www.deutscherpresseindex.de/2021/11/08/alle-europaeischen-fledermausarten-reagieren-sensibel-auf-kuenstliches-licht-dies-variiert-jedoch-zwischen-artengruppen-und-lebensraeumen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Forschungsverbund Berlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Nov 2021 11:41:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Energie- / Umwelttechnik]]></category>
		<category><![CDATA[bioscience]]></category>
		<category><![CDATA[fledermäuse]]></category>
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		<category><![CDATA[zoo]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die künstliche Erhellung der Nacht durch Lampen gilt als zentrale zivilisatorische Errungenschaft mit unzähligen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Vorteilen für den Menschen. Für viele Tiere stellt jedoch die Erhellung der Nacht eine erhebliche Herausforderung dar. Nachtaktive oder lichtscheue Arten werden gezwungen, auf dunkle Bereiche auszuweichen oder ihr Verhalten an die Helligkeit anzupassen. In einem Aufsatz<a class="moretag" href="https://www.deutscherpresseindex.de/2021/11/08/alle-europaeischen-fledermausarten-reagieren-sensibel-auf-kuenstliches-licht-dies-variiert-jedoch-zwischen-artengruppen-und-lebensraeumen/" data-wpel-link="internal"><span class="screen-reader-text">Read more about Alle europäischen Fledermausarten reagieren sensibel auf künstliches Licht &#8211; dies variiert jedoch zwischen Artengruppen und Lebensräumen</span>[...]</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.deutscherpresseindex.de/2021/11/08/alle-europaeischen-fledermausarten-reagieren-sensibel-auf-kuenstliches-licht-dies-variiert-jedoch-zwischen-artengruppen-und-lebensraeumen/" data-wpel-link="internal">Alle europäischen Fledermausarten reagieren sensibel auf künstliches Licht &#8211; dies variiert jedoch zwischen Artengruppen und Lebensräumen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deutscherpresseindex.de" data-wpel-link="internal">Deutscher Presseindex</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text"><b>Die künstliche Erhellung der Nacht durch Lampen gilt als zentrale zivilisatorische Errungenschaft mit unzähligen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Vorteilen für den Menschen. Für viele Tiere stellt jedoch die Erhellung der Nacht eine erhebliche Herausforderung dar. Nachtaktive oder lichtscheue Arten werden gezwungen, auf dunkle Bereiche auszuweichen oder ihr Verhalten an die Helligkeit anzupassen. In einem Aufsatz in der Fachzeitschrift „BioScience“ gibt ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) einen umfassenden Überblick über die Effekte von künstlichem Licht auf europäische Fledermausarten. Es stellt sich heraus, dass insbesondere jene Arten, die in engen Habitaten wie Wäldern jagen, sehr sensibel auf künstliches Licht reagieren. Fledermäuse, die an Waldrändern oder in offenen Gebieten jagen, sind hingegen etwas toleranter gegenüber künstlichem Licht. An Tagesquartieren oder Trinkstellen sind aber alle untersuchten Arten besonders lichtscheu.</b></p>
<p>Für die Untersuchung analysierten die Wissenschaftler:innen die wissenschaftliche Literatur zur Reaktion von insektenfressenden Fledermäusen auf künstliches Licht bei Nacht (artificial light at night, ALAN). Dabei differenzieren sie nach funktionellen Gruppen von Fledermausarten und nach ökologischen Kontexten. Sie folgten der üblichen Einteilung europäischer Fledermausarten in drei Artengruppen mit einer ähnlichen Lebensweise: Arten die in strukturdichten Habitaten wie Wälder Insekten jagen; Arten, die an Strukturrändern in der Nähe von Objekten nach Insekten suchen (beispielsweise an Gebäuden oder an Waldrändern); sowie Arten, die im offenen Luftraum über Wiesen und Felder, Gewässer oder oberhalb der Baumkronen ihrer Beute nachstellen. Diese Gruppen haben für ihr Jagdhabitat jeweils passende funktionale Eigenschaften, beispielsweise bei der Echoortung oder der Flügelform, entwickelt. Darüber hinaus überprüften die Wissenschaftler:innen, in welcher Weise die drei Artengruppen auf künstliches Licht in Abhängigkeit vom jeweiligen Lebensraum (Lage der Tagesquartiere, Flugkorridore, Lage der Jagdgebiete oder Trinkstellen) reagierten.</p>
<p>Die Analysen ergaben ein komplexes, aber konsistentes Bild, so Erstautor PD Dr. Christian Voigt, Leiter der Abteilung für Evolutionäre Ökologie am Leibniz-IZW. „Prinzipiell reagieren alle europäischen Fledermausarten äußerst sensibel auf künstliches Licht, vor allem in der Nähe von Tagesquartieren und Trinkstellen“, so Voigt. „Dies lässt sich damit erklären, dass die Anwesenheit von Fledermäusen an diesen Stellen für Beutegreifer wie Eulen vorhersagbar ist und die Fledermäuse daher dort besonders vorsichtig sind.“ In Flugkorridoren, die beispielsweise Tagesquartiere und Jagdgebiete verbinden, ist die Reaktion variabler. Viele Arten (insbesondere jene, die in Wäldern oder an Strukturrändern jagen) meiden auch hier das Licht und weichen auf Dunkelkorridore aus, wenn künstliches Licht die Nacht erhellt. Andere Arten hingegen lassen sich in solch einer Situation nicht durch künstliches Licht vergrämen, werden durch die Beleuchtung aber auch nicht angezogen. „Bei den Jagdgebieten offenbaren sich zwei unterschiedliche Reaktionsmuster“, sagt Dr. Daniel Lewanzik, Wissenschaftler in Voigts Abteilung und Koautor des Aufsatzes. „Manche Arten, die im offenen Luftraum oder an Strukturrändern jagen, werden vom Insektenreichtum an Lichtquellen angezogen. Man kann sie im Sommer manchmal dabei beobachten, wie sie von einer Straßenlaterne zur nächsten fliegen und dort Insekten jagen. Waldbewohnende Arten hingegen meiden Lichtquellen generell, auch bei der Insektenjagd.“ Für alle Arten gelte, dass bei künstlichem Licht das Risiko, selbst Opfer eines Beutegreifers zu werden, mit den möglichen Vorteilen abgewogen wird – unterschiedliche funktionale Gruppen kommen offenkundig zu unterschiedlichen Ergebnissen bei dieser Abwägung.</p>
<p>Voigt und seine Koautor:innen plädieren dafür, diese differenzierten Erkenntnisse stärker beim Fledermausschutz zu berücksichtigen. Dies bedeute beispielsweise, (potenzielle) Tagesquartiere und Trinkstellen konsequent vor künstlichem Licht zu schützen und Schutzmaßnahmen insbesondere auf jene Arten auszurichten, die auch bei der Jagd keinen Nutzen von Beleuchtung hätten. Da der „Nutzen“ der nächtlichen Beleuchtung  aber auf bestimmte Orte und Tätigkeiten beschränkt ist, würden alle Arten profitieren, wenn die Lichtverschmutzung reduziert würde und Dunkelkorridore (beispielsweise städtische Parks) konsequent dunkel blieben und neue Dunkelinseln in der Stadtlandschaft etabliert würden.</p>
<p><b>Publikation</b></p>
<p>Voigt CC, Dekker J, Fritze M, Gazaryan S, Hoelker F, Jones G, Lewanzik D, Limpens HJGA, Mathews F, Rydell J, Spoelstra K, Zagmajster M (2021): The impact of light pollution on bats varies according to foraging guild and habitat context. BioScience, Volume 71, Issue 10, October 2021, Pages 1103–1109, doi: <a href="https://academic.oup.com/bioscience/article-abstract/71/10/1103/6360652?redirectedFrom=fulltext" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">10.1093/biosci/biab087</a></div>
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		<title>Von versalzenen Mitochondrien und nicht-Gaußscher Diffusion</title>
		<link>https://www.deutscherpresseindex.de/2021/10/28/von-versalzenen-mitochondrien-und-nicht-gaussscher-diffusion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Forschungsverbund Berlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Oct 2021 09:26:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung und Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[atp]]></category>
		<category><![CDATA[diffusion]]></category>
		<category><![CDATA[einstein]]></category>
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		<category><![CDATA[vittoria]]></category>
		<category><![CDATA[zellen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erstmals zeichnet der Forschungsverbund Berlin gleich zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen mit dem Marthe-Vogt-Preis aus: die Biochemikerin Dr. Sabrina Geisberger und die Physikerin Dr. Vittoria Sposini. Als sie an der Universität Erlangen in der Vorlesung von Prof. Dominik Müller saß und hörte, dass zu viel Salz nicht nur den Blutdruck, sondern auch Immunzellen beeinflusst – bis dato wusste<a class="moretag" href="https://www.deutscherpresseindex.de/2021/10/28/von-versalzenen-mitochondrien-und-nicht-gaussscher-diffusion/" data-wpel-link="internal"><span class="screen-reader-text">Read more about Von versalzenen Mitochondrien und nicht-Gaußscher Diffusion</span>[...]</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.deutscherpresseindex.de/2021/10/28/von-versalzenen-mitochondrien-und-nicht-gaussscher-diffusion/" data-wpel-link="internal">Von versalzenen Mitochondrien und nicht-Gaußscher Diffusion</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deutscherpresseindex.de" data-wpel-link="internal">Deutscher Presseindex</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text"><b>Erstmals zeichnet der Forschungsverbund Berlin gleich zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen mit dem Marthe-Vogt-Preis aus: die Biochemikerin Dr. Sabrina Geisberger und die Physikerin Dr. Vittoria Sposini.</b></p>
<p>Als sie an der Universität Erlangen in der Vorlesung von Prof. Dominik Müller saß und hörte, dass zu viel Salz nicht nur den Blutdruck, sondern auch Immunzellen beeinflusst – bis dato wusste niemand so genau warum – hätte es sie sofort „gecatched“. „Alles, was mit Ernährung, Lifestyle und Immunsystem zu tun hat, finde ich total spannend“, sagt Sabrina Geisberger. Nach ersten Studien in ihrer Masterarbeit wechselte sie auf Dominik Müllers Anregung an die Freie Universität Berlin und begann ihre Doktorarbeit in Müllers Labor am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC). Sie begann mit der Isolierung bestimmter Immunzellen von Mäusen. Wurden diese in eine salzreiche Nährstofflösung gesetzt, veränderten die Fresszellen (Makrophagen) ihre Funktion. Bei einer Gruppe von gesunden Probanden, die sechs Wochen täglich zusätzlich sechs Gramm in Form von Salztabletten zu sich nahmen, war es genauso: Deren Monozyten, die Vorläuferzellen der Makrophagen im Blut, veränderten ihre Aktivität.</p>
<p>Molekularbiologische Analysen zeigten, dass die Mitochondrien, die „Kraftwerke“ der Zellen, durch das Salz in ihrer Funktion gehemmt worden waren. Die Atmungskette wird unterbrochen und die Zellen bilden weniger ATP, also jenen universellen Kraftstoff für die „chemische Arbeit“, den Zellen für die Proteinsynthese, Muskelarbeit und vieles mehr benötigen. Ein Effekt, der nach einigen Stunden erfreulicherweise wieder nachlässt, wie weitere Tests an Freiwilligen nach Verzehr einer Pizza (= zehn Gramm Salz) zeigten. Ein ständiger übermäßiger Salzverzehr beeinflusst jedoch die Gesundheit negativ. „Die grundlegende neue Erkenntnis ist, dass so ein kleines Molekül wie das Natriumion ein zentrales Enzym der Atmungskette extrem effizient hemmen kann“, sagt Dr. Stefan Kempa, Koautor der im renommierten Fachjournal „Circulation“ publizierten Studie. In Kempas Labor setzt Sabrina Geisberger nun ihre Forschungen als Postdoktorandin fort.</p>
<p>Geisbergers Arbeit wirft ein neues Licht auf diverse Erkrankungen, denn das Salz stärkt nachweislich entzündungsfördernde Immunzellen. „Langfristig werden dadurch chronische Entzündungen befeuert, darunter kardiovaskuläre Erkrankungen mit Endorganschäden an Herz und Nieren sowie Gelenkentzündungen und Autoimmunerkrankungen“, erklärt die Biochemikerin. „Da steckt noch vieles drin, was erforscht werden muss. Zum Beispiel: Welche Zellen erkennen noch Salz – und warum?“ Sie vermutet, dass neben Monozyten und Makrophagen auch andere Immunzellen im Blut und Darm und die Endothelzellen der Blutgefäße sensibel auf das Salz reagieren. Sabrina Geisbergers Erkenntnisse werden nach Ansicht von MDC-Direktor Prof. Thomas Sommer bald Eingang in die Lehrbücher finden.</p>
<p>Die zweite Preisträgerin Dr. Vittoria Sposini präzisierte in ihrer Doktorarbeit durch Berechnungen physikalische Modelle, die auf Albert Einstein zurückgehen. Konkret auf die Einstein-Smoluchowski-Gleichung, welche die Diffusion kleiner Teilchen mit ihrer Beweglichkeit verknüpft. Bevor Vittoria Sposini in die Arbeitsgruppe „Theoretische Physik“ von Prof. Ralf Metzler an die Universität Potsdam kam, studierte sie Physik in Perugia, Bologna und Bilbao. Ihr Doktorvater ist begeistert von ihrem mathematischen, technischen Gespür und der Hartnäckigkeit, mit der sie sich der sogenannten „Brownschen, aber nicht-Gaußschen Diffusion“ annahm. Experimentelle Physiker hatte diese in einer ganzen Reihe von Versuchen und Simulationen beobachtet, die so gar nicht der oben genannten, bekannten Formel entsprachen.</p>
<p>„In der Realität verteilen sich Partikel eben nicht gemäß der Gaußschen Glockenkurve – insbesondere dann nicht, wenn die Umgebung heterogen ist und/oder andere Partikel sie behindern. Wie zum Beispiel in einer lebenden Zelle“, erklärt Metzler. „Anstelle der symmetrischen Gaußfunktion bekommt man etwas viel Komplizierteres.“ Typischerweise werden viel langsamer abfallende Verteilungen gemessen. Und diese lassen sich dank der mathematischen Modelle von Vittoria Sposini nun viel besser berechnen. Der Kniff dabei: Man betrachtet (theoretisch) nicht nur ein Teilchen, sondern mehrere gleichzeitig, die sich aufgrund unterschiedlich dichter Umgebung mit verschiedenen Geschwindigkeiten bewegen. Manche langsamer, andere schneller. Dann wird über die verschiedenen Mobilitäten gemittelt und Grenzwertsätze für eine ausreichend große Anzahl solcher Teilchen gebildet. Ganz ähnlich ist es, wenn ein einzelnes Teilchen auf seinem Weg immer wieder langsamer und schneller wird. Ja, das klingt jetzt kompliziert, vereinfacht aber viele, für die Forschung wichtige Berechnungen. „Die nicht-Gaußsche Diffusion spielt zum Beispiel eine Rolle bei der Ausbreitung von Proteinen in einer lebenden Zelle, von Amöben auf einer Glasplatte oder bei der Berechnung der tatsächlichen Geschwindigkeit chemischer Reaktionen. Aber eben auch bei ganz lebensnahen Dingen“, betont Ralf Metzler. Etwa wenn es darum geht, wie schnell sich ein neuer Virus in der Bevölkerung ausbreiten kann oder wie rasch ein Umweltgift nach einem Chemieunfall durch den Boden ins Grundwasser einsickern wird. Vittoria Sposini setzt nun ihre theoretischen und computergestützten Studien als Postdoktorandin an der Universität Wien fort. „In meiner aktuellen Forschung möchte ich die Ergebnisse meiner Doktorarbeit über nicht-Gaußsche Eigenschaften in heterogenen Systemen nutzen, um ein neues Licht auf die langsame Dynamik zu werfen, die für Systeme typisch ist, die sich dem Glasübergang nähern. Ich konzentriere mich dabei insbesondere auf Systeme aus dem Bereich der weichen Materie&quot;, erklärt Vittoria Sposini.</p>
<p>Mit dem Marthe-Vogt-Preis werden herausragende Promotionen in Gebieten gewürdigt, zu denen auch der Forschungsverbund Berlin forscht. Die Arbeit muss jedoch nicht an einem seiner Institute entstanden sein. Der Preis erinnert an die deutsche Pharmakologin Marthe Louise Vogt (1903- 2003), deren Forschung wesentlich zum Verständnis der Neurotransmitter im Gehirn, insbesondere des Ephedrins, beitrug.</p>
<p><b>Verleihung des Marthe-Vogt-Preises</b></p>
<p>Die Preisverleihung findet am <b>Dienstag, 2. November, um 18 Uhr</b> im Haus der Leibniz-Gemeinschaft in Berlin statt. Sie ist Teil der Berlin Science Week 2021. Sie wird auch als <b>Livestream </b>übertragen (Dauer: 1:15 St.). Der Link wird hier abrufbar sein: <a href="http://www.fv-berlin.de/karriere/marthe-vogt-preis" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">www.fv-berlin.de/karriere/marthe-vogt-preis</a></div>
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		<item>
		<title>Erster bestätigter Milzbrand-Fall bei Wildtieren in der Namib-Wüste</title>
		<link>https://www.deutscherpresseindex.de/2021/09/27/erster-bestaetigter-milzbrand-fall-bei-wildtieren-in-der-namib-wueste/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Forschungsverbund Berlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Sep 2021 08:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung und Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[antikörper]]></category>
		<category><![CDATA[bakterien]]></category>
		<category><![CDATA[czirják]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Milzbrand ist eine vom Bakterium Bacillus anthracis verursachte Infektionskrankheit, die in einigen Teilen Afrikas endemisch ist. Sie befällt Menschen, Nutztiere und Wildtiere. Ein Team des Gepardenforschungsprojekts des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) rekonstruierte nun anhand von GPS-Telemetriedaten einen besonderen Fall von Milzbrand in Namibia: Drei Geparde in der Namib-Wüste starben innerhalb von 24 Stunden, nachdem sie<a class="moretag" href="https://www.deutscherpresseindex.de/2021/09/27/erster-bestaetigter-milzbrand-fall-bei-wildtieren-in-der-namib-wueste/" data-wpel-link="internal"><span class="screen-reader-text">Read more about Erster bestätigter Milzbrand-Fall bei Wildtieren in der Namib-Wüste</span>[...]</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text">Milzbrand ist eine vom Bakterium <i>Bacillus anthracis </i>verursachte Infektionskrankheit, die in einigen Teilen Afrikas endemisch ist. Sie befällt Menschen, Nutztiere und Wildtiere. Ein Team des Gepardenforschungsprojekts des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) rekonstruierte nun anhand von GPS-Telemetriedaten einen besonderen Fall von Milzbrand in Namibia: Drei Geparde in der Namib-Wüste starben innerhalb von 24 Stunden, nachdem sie ein Bergzebra gefressen hatten, das später positiv auf den Erreger getestet wurde. Bei dem Bergzebra handelt es sich um den ersten beschriebenen Fall eines mit Milzbrand infizierten Wildtieres in dieser Wüstenregion. Der Fall zeigt auch, dass es bisher unbekannte Risiken für die Geparden in der Wüste geben könnte. Der Fall wird in der Fachzeitschrift „Frontiers in Veterinary Science“ ausführlich beschrieben.</p>
<p>Seit 2015 führen Wissenschaftler*innen des Gepardenforschungsprojekts des Leibniz-IZW gemeinsam mit dem Ministerium für Umwelt, Forstwirtschaft und Tourismus (MEFT) von Namibia eine nationale Gepardenerhebung durch. Ziel ist es, Daten zu Dichte und Verbreitung der Raubkatzen im ganzen Land zu erhalten. In diesem Rahmen fing das Team eine Koalition von drei Männchen in der Namib-Wüste und stattete ein Tier mit einem GPS-Halsband aus. Die aufgezeichneten Standort- und Bewegungsdaten wurden regelmäßig mithilfe eines Kleinflugzeuges ausgelesen. Bei einem dieser Flüge wurde der Kadaver des mit dem Halsband versehenen Geparden geortet. Bei der anschließenden Suche am Boden wurden die beiden anderen Geparde ebenfalls tot aufgefunden. „Die GPS-Daten der Tiere zeigten, dass sie einige Tage zuvor innerhalb eines Zeitfensters von sechs Stunden starben“, sagt Ruben Portas, Projekt-Wissenschaftler. „Bei der Auswertung ihrer letzten Bewegungen fanden wir zudem eine hohe Zahl an GPS-Positionen etwa zwei Kilometer von dem Ort entfernt, an dem wir sie tot aufgefunden hatten.“ An diesem Ort, an dem sich die Geparde am Tag vor ihrem Tod 20 Stunden lang aufhielten, fand Portas den Kadaver eines ausgewachsenen Bergzebras. Die GPS- und Aktivitätsdaten des Halsbandes deuten darauf hin, dass die Geparde davon fraßen. Aus Mundhöhlen- und Nasenabstrichen des toten Bergzebras wurde <i>Bacillus anthracis</i> isoliert. Dies stellt die erste bestätigte Milzbrandinfektion bei einer Wildtierart in der Namib-Wüste dar.</p>
<p>Raubtiere sind in der Regel weniger anfällig für Milzbrand als Pflanzenfresser. Insbesondere Geparde haben eine starke angeborene Immunität, die ihnen eine schnelle erste Abwehr gegenüber Krankheitserregern wie <i>Bacillus anthracis</i> bietet. „Nehmen Geparde jedoch eine große Menge an Bakterien auf, zum Beispiel mit dem Fleisch eines kontaminierten Kadavers, kann ihre angeborene Immunität überlastet werden“, erklärt Projektleiterin Bettina Wachter. „Geparde fressen kaum Aas, weshalb sie nur selten Beutetieren ausgesetzt sind, die mit Milzbrand infiziert sind. Infolgedessen bilden sie nur wenige Antikörper aus, die eine weitere Abwehrlinie darstellen würden. Geparde sterben daher sehr schnell, wenn sie mit Milzbrand infiziert sind, wie Untersuchungen im Etosha-Nationalpark im Norden Namibias zeigten.“</p>
<p>Der Erreger wurde bei keinem der drei in der Namib gefundenen Geparde nachgewiesen, aber die Wissenschaftler*innen halten es für sehr wahrscheinlich, dass Milzbrand die direkte Ursache für ihren Tod war. Bakterienkulturen von hochgradig anfälligen Tieren, die schnell sterben, weisen oft ein negatives Testresultat auf den Erreger auf, da die Tiere bereits bei einer geringen Bakterienkonzentration im Blut oder bei einer hohen Belastung durch das Toxin, das <i>Bacillus anthracis</i> bei der Zerstörung durch das Immunsystem freisetzt, sterben können. Zudem entwickelt sich die vegetative Form des Erregers nur dann, wenn er nach dem Tod des Wirts schnell in Kontakt mit Luft kommt. Die Geparde wurden elf Tage nach ihrem Tod äußerlich unversehrt aufgefunden; ihre Körper wurden nicht von Aasfressern geöffnet. Dies könne eine weitere Erklärung für die negativen Ergebnisse der Labortests auf Milzbrand sein, so das Team.</p>
<p>Milzbrand ist eine in trockenen Lebensräumen wenig erforschte Krankheit. Wenn Wildtiere in der Namib-Wüste verenden, werden die Ursachen oft auf Dürre, Hunger und die schwierigen Wüstenbedingungen zurückgeführt. „Die wenigen gemeldeten Fälle von Milzbrand in den trockenen Regionen Namibias traten auf, wenn Nutztiere oder Menschen direkt betroffen waren“, erklärt Portas. „Wir wissen daher nicht, wie häufig Milzbrand in der Namib-Wüste vorkommt und wie sehr die Wildtierpopulationen von dieser Krankheit betroffen sind. Für andere Lebensräume wie den Etosha-Nationalpark gibt es zahlreiche Forschungsergebnisse, die zeigen, dass Milzbrand eine wichtige ökologische Rolle spielt.“</p>
<p>Dieser erste bestätigte Fall von Milzbrand in der Namib-Wüste bei Wildtieren zeigt, dass die Krankheit in der Wüste und anderen trockenen Gebieten seit langem etabliert (endemisch) sein könnte. Der größte Teil der Namib-Wüste besteht aus Schutzgebieten, in denen Geparde und andere Arten einen wichtigen Zufluchtsort vor Konflikten mit Menschen finden. Die neuen Erkenntnisse können daher wichtig sein, um die Risiken für Geparden zu bewerten. „Obwohl nur wenige Daten vorliegen, hat keine andere Krankheit solche Auswirkungen auf die Gepardenbestände. Weitere Forschung, die zu geeigneten Schutzmaßnahmen führen kann, ist daher unbedingt erforderlich“, so Wachter. „Unsere Untersuchung zeigt zudem den hohen Wert von mittels GPS-Halsbändern aufgezeichneten Daten: Diese haben das Potenzial, neben der Bewegung und der Raumnutzung von Tieren auch zu weiteren bedeutsamen Fragestellungen wichtige Informationen zu liefern.“</p>
<p><b>Publikation<br />
</b>Portas R, Aschenborn OHK, Melzheimer J, Le Roux M, Uiseb KH, Czirják GÁ, Wachter B (2021): GPS telemetry reveals a zebra with anthrax as putative cause of death for three cheetahs in the Namib desert. Frontiers in Veterinary Science 8:714758. doi: <a href="https://doi.org/10.3389/fvets.2021.714758" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">10.3389/fvets.2021.714758</a></div>
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		<title>Langsame Version des Glutamat-Rezeptors AMPA entdeckt</title>
		<link>https://www.deutscherpresseindex.de/2021/08/17/langsame-version-des-glutamat-rezeptors-ampa-entdeckt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Forschungsverbund Berlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Aug 2021 15:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesundheit & Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[ampa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Glutamat-Rezeptor AMPA war bislang für seine blitzschnelle Erregungsübertragung bekannt. Umso überraschender die Ergebnisse, die Forscher vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin jetzt vorgelegt haben: AMPA-Rezeptoren können auch außerordentlich langsam sein. Die Entdeckung des neuen Rezeptortyps stellt die synaptische Signalübertragung in ein völlig neues Licht. Die bahnbrechenden Erkenntnisse sind kürzlich im Fachjournal „Cell<a class="moretag" href="https://www.deutscherpresseindex.de/2021/08/17/langsame-version-des-glutamat-rezeptors-ampa-entdeckt/" data-wpel-link="internal"><span class="screen-reader-text">Read more about Langsame Version des Glutamat-Rezeptors AMPA entdeckt</span>[...]</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text"><b>Der Glutamat-Rezeptor AMPA war bislang für seine blitzschnelle Erregungsübertragung bekannt. Umso überraschender die Ergebnisse, die Forscher vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin jetzt vorgelegt haben: AMPA-Rezeptoren können auch außerordentlich langsam sein. Die Entdeckung des neuen Rezeptortyps stellt die synaptische Signalübertragung in ein völlig neues Licht. Die bahnbrechenden Erkenntnisse sind kürzlich im Fachjournal „Cell Reports“ erschienen.</b></p>
<p>Der Glutamat-Rezeptor AMPA (α-amino-3-hydroxy-5-methyl-4-isoxazolepropionic acid) sorgt dafür, dass Neurotransmitter mit enormer Geschwindigkeit von Gehirnzelle zu Gehirnzelle übertragen werden. Dass der Rezeptor diese lebenswichtige Aufgabe in ein paar Millisekunden erledigt und damit schneller als alle anderen Glutamat-Rezeptoren ist, galt als gesichert. Nun sieht es so aus, als müssten die Lehrbücher umgeschrieben werden. Wissenschaftler*innen vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin haben an Mäusegehirnen entdeckt, dass es auch außerordentlich langsame AMPA-Rezeptoren gibt. Diese bleiben nach Stimulation 500 Millisekunden aktiv – sind also etwa 100 mal langsamer als das „Original“. Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle: Etwa zwei Drittel aller Pyramidenzellen des Hippocampus exprimieren langsame AMPA-Rezeptoren.</p>
<p><b>Zwei neue AMPA-Rezeptoren identifiziert</b></p>
<p>„Tatsächlich sind unsere Ergebnisse für die Biophysik und die Neurowissenschaften eine kleine Revolution“, sagt Heisenberg-Professor Dr. Andrew Plested, Leiter der Gruppe „Molecular Neuroscience and Biophysics“ am FMP und Mitglied des Exzellenzclusters „NeuroCure“. „Denn erstmals konnten wir nachweisen, dass es neben den blitzschnellen AMPA-Rezeptoren noch mindestens zwei weitere Typen gibt, die in einem sehr viel langsameren Modus arbeiten.“ Dies sei zwar schon vermutet worden, aber noch nie an Gehirngewebe so detailliert gezeigt worden.</p>
<p>AMPA-Rezeptoren sind für unsere Gehirnfunktionen überlebenswichtig. Unklar ist noch, welche Bedeutung die jetzt entdeckten langsamen AMPA-Rezeptoren mit ihrem Synapsenpotenzial von über 100 Millisekunden für kognitive Prozessen wie etwa Denken, Sprechen, Rechnen oder Erinnern haben. Diese spannende Frage wird im Weiteren zu erforschen sein. Noch sind sich die Forschenden nicht ganz sicher, ob AMPA-Rezeptoren unterschiedliche Eigenschaften annehmen, indem sie zwischen einem schnellen und langsamen Modus hin und her wechseln können – oder ob es sich um grundverschiedene Typen handelt. Die Forscher vermuten, dass es sowohl schnelle, langsame als auch multifunktionale AMPA-Rezeptoren gibt. „Aufgrund unserer Daten gehen wir momentan von mehreren Rezeptorttypen aus, was die Funktion des Glutamat-Rezeptors in einem völlig neuen Licht erscheinen lässt“, sagt Dr. Niccolò Pampaloni, Erstautor der in „Cell Reports“ publizierten Studie.</p>
<p><b>Instabiler Prozess mit gefährlichen Aspekten</b></p>
<p>In diesem Zusammenhang hat das Forscherteam noch eine weitere spektakuläre Entdeckung gemacht: Nach der gängigen Lehrmeinung wird die Aktivität des AMPA-Rezeptors ausschließlich von der signalgebenden prä-synaptische Zelle bestimmt, und die post-synaptische Zelle ist lediglich ein passiver Empfänger. Die Forscher fanden jedoch belastbare Hinweise, dass langsame AMPA-Rezeptoren in der post-synaptischen Zelle die Dauer der synaptischen Signalübertragung maßgeblich beeinflussen. Hierfür nutzen sie offenbar Hilfsproteine.</p>
<p>Doch das habe auch gefährliche Aspekte, meint Niccolò Pampaloni, der durch ein EMBO-Stipendium gefördert wird. „Wir haben es hier mit einem sehr instabilen Feedbackprozess zu tun, der irgendwie falsch wirkt und zum Beispiel mit Epilepsie in Verbindung stehen könnte. Wir wissen auch nicht, was passiert wenn dieser Prozess einmal außer Kontrolle gerät – etwa durch einen Unfall, einen Schlaganfall oder ein anderes Event, bei dem viel Glutamat ausgeschüttet wird.“</p>
<p><b>Neues Kapitel in den Neurowissenschaften aufgeschlagen</b></p>
<p>Grundlegende Fragen hinsichtlich Hirnfunktion und Pathologien können erst in einem übernächsten Schritt beantwortet werden. Zunächst einmal muss geklärt werden, ob auch der Mensch tatsächlich die neu entdeckten AMPA-Rezeptoren besitzt. Diese entscheidende Fragestellung wollen die Forscher*innen in Kürze an humanen Gewebeproben untersuchen. Eine Kooperation mit der Charité-Universitätsmedizin über das Exzellenzcluster „NeuroCure“ ist bereits angebahnt.</p>
<p>Nach den aktuellen Daten geht das Berliner Forscherteam davon aus, dass langsame AMPA-Rezeptoren im menschlichen Gehirn weit verbreitet sind, und zwar über den Hippocampus hinaus. Biophysiker Plested: „Wir hoffen, dass wir mit unserer Entdeckung ein neues Kapitel aufgeschlagen haben, mit dem sich nun Grundlagenforscher*innen und Neurowissenschaftler*innen ausgiebig beschäftigen werden.“</p>
<p><b>Publikation</b></p>
<p>Niccolò P. Pampaloni, Irene Riva, Anna L. Carbone, Andrew J.R. Plested. <i>Slow AMPA receptors in hippocampal principal cells</i>. Cell Reports, DOI: 10.1016/j.celrep.2021.109496, <a href="https://doi.org/10.1016/j.celrep.2021.109496" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">https://doi.org/10.1016/j.celrep.2021.109496</a></p>
<p>Die Pressemitteilung inkl. <b>Foto</b> ist auf der FVB-Website abrufbar: <a href="https://www.fv-berlin.de/infos-fuer/medien-und-oeffentlichkeit/news/langsame-version-des-glutamat-rezeptors-ampa-entdeckt" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">https://www.fv-berlin.de/infos-fuer/medien-und-oeffentlichkeit/news/langsame-version-des-glutamat-rezeptors-ampa-entdeckt</a></p>
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		<title>Defekter Kaliumkanal sorgt für Chaos im Navigationssystem des Gehirns</title>
		<link>https://www.deutscherpresseindex.de/2021/08/10/defekter-kaliumkanal-sorgt-fuer-chaos-im-navigationssystem-des-gehirns/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Forschungsverbund Berlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Aug 2021 11:37:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung und Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[alzheimer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Kaliumkanal KCNQ3 ist essenziell, damit unser Gehirn präzise räumliche Landkarten erzeugen kann. Ist der Kanal defekt, hat das messbare Auswirkungen auf das innere Navigationssystem von Mäusen. Die jetzt in „Nature Communications“ publizierten Erkenntnisse eines Forscherteams unter Beteiligung des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin sind auch für die Alzheimer-Forschung relevant. Kalium ist unter<a class="moretag" href="https://www.deutscherpresseindex.de/2021/08/10/defekter-kaliumkanal-sorgt-fuer-chaos-im-navigationssystem-des-gehirns/" data-wpel-link="internal"><span class="screen-reader-text">Read more about Defekter Kaliumkanal sorgt für Chaos im Navigationssystem des Gehirns</span>[...]</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.deutscherpresseindex.de/2021/08/10/defekter-kaliumkanal-sorgt-fuer-chaos-im-navigationssystem-des-gehirns/" data-wpel-link="internal">Defekter Kaliumkanal sorgt für Chaos im Navigationssystem des Gehirns</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deutscherpresseindex.de" data-wpel-link="internal">Deutscher Presseindex</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text"><b>Der Kaliumkanal KCNQ3 ist essenziell, damit unser Gehirn präzise räumliche Landkarten erzeugen kann. Ist der Kanal defekt, hat das messbare Auswirkungen auf das innere Navigationssystem von Mäusen. Die jetzt in „Nature Communications“ publizierten Erkenntnisse eines Forscherteams unter Beteiligung des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin sind auch für die Alzheimer-Forschung relevant.</b></p>
<p>Kalium ist unter anderem unentbehrlich für die Erregbarkeit der Muskel- und Nervenzellen. Verschiedene Ionenkanäle sorgen dafür, dass Kaliumionen über Zellmembranen fließen und dadurch elektrische Ströme erzeugen. Vor 20 Jahren konnte das Team von Prof. Thomas Jentsch vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin die Gene für die Kaliumkanalfamilie KCNQ2-5 identifizieren und später zeigen, dass Mutationen an KCNQ2 und KCNQ3 erbliche bedingte Epilepsie beim Menschen verursachen können. Dank dieser wegweisenden Arbeiten konnten Pharmafirmen zielgenaue Antiepileptika entwickeln.</p>
<p>Nun haben ein Team von Molekularbiologen unter Federführung von Thomas Jentsch und ein Team von Neurophysiologen, geleitet von Alexey Ponomarenko (vormals FMP, heute Professor an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) zusammen mit Kollegen der University of Connecticut und der Universität zu Köln Hinweise gefunden, dass KCNQ3 möglicherweise auch eine Rolle bei der Alzheimer-Demenz und weiteren kognitiven Störungen spielen könnte.</p>
<p>Normalerweise werden bestimmte Kaliumströme vom Transmitter Acetylcholin gehemmt, was wichtig für die Erregbarkeit im Kortex und damit entscheidend für Gedächtnis und Aufmerksamkeit ist. Diese sogenannte cholinerge Neuromodulation geht bei Alzheimer-Patienten bekanntlich nach und nach verloren. In der vorliegenden Arbeit untersuchten die Forschenden die Rolle der KCNQ3-Kanäle speziell bei der Neuromodulation des Navigationssystems des Gehirns. Die sogenannten Ortsfelder („place fields“), deren Entdeckung vor einigen Jahren mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, dienen dem Gehirn als innere Landkarte. „Wir fanden heraus, wie verschiedene Signale, die von Ortszellen unter der Kontrolle von KCNQ3-Kanälen erzeugt werden, mit den Gehirnrhythmen interagieren und so präzise räumliche Karten bilden“, beschreibt Alexey Ponomarenko ein zentrales Ergebnis der Studie.</p>
<p>Bei Knock-out-Mäusen mit defektem KCNQ3-Kanal, die von Thomas Jentschs Gruppe erzeugt wurden, zeigte sich jedoch ein anderes Bild: Während bei gesunden Mäusen die Aktivitätsmuster der Ortszellen einer bestimmten räumlichen und zeitlichen Abfolge unterlagen, lief bei den Knock-Out-Mäusen die synaptische Übertragung von einzelnen oder mehreren Signalen gleichzeitig (Salven) mehr oder weniger chaotisch ab. „Salven haben normalerweise einen bestimmten Rhythmus, wann sie abgefeuert werden. Bei den Mutanten werden sie jedoch nicht mehr durch den Rhythmus kontrolliert, sondern zu völlig zufälligen Zeitpunkten bzw. Phasen des Rhythmus abgefeuert“, erklärt Ponomarenko. „Dadurch werden einzelne Aktionspotenziale unterdrückt und es kommt zu einem Ungleichgewicht zwischen verschiedenen Aktivitätsmustern in den Nervenzellen.“</p>
<p>15 Mikrometer dünne Silikon-Elektroden, die im Hippocampus der Nager implantiert worden waren, lieferten zusammen mit optogenetischen Untersuchungen die spannenden Einblicke ins Gehirn. Die amerikanischen Kollegen konnten darüber hinaus zeigen, dass der fehlende KCNQ3-Kanal zu einer starken Reduktion der Kaliumströme (hier M-Strom) in den Nervenzellen führte. „Obwohl die bisher verfügbaren Daten für eine klinische Anwendung nicht ausreichen, lassen unsere Erkenntnisse vermuten, dass die KCNQ3-Kanäle ein potenzielles Ziel für die zukünftige Erforschung von Medikamenten gegen Alzheimer- und anderen Demenzen sein könnten“, betont Prof. Ponomarenko, „zumindest im frühen Stadium, wo die Ortszellen wahrscheinlich noch vorhanden sind, aber die cholinerge Neuromodulation schon nachgelassen hat.“ Weitere Untersuchungen sollen nun folgen, um die Rolle von KCNQ3 im Gehirn noch besser zu verstehen.</p>
<p><b>Publikation:</b></p>
<p>Xiaojie Gao, Franziska Bender, Heun Soh, Changwan Chen, Mahsa Altafi, Sebastian Schütze, Matthias Heidenreich, Maria Gorbati, Mihaela-Anca Corbu, Marta Carus-Cadavieco, Tatiana Korotkova, Anastasios Tzingounis, Thomas J Jentsch, Alexey Ponomarenko<br />
<i>Place fields of single spikes in hippocampus involve Kcnq3 channel-dependent entrainment of complex spike bursts</i><br />
Nature Communications, DOI: 10.1038/s41467-021-24805-2, <a href="https://www.nature.com/articles/s41467-021-24805-2" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">https://www.nature.com/articles/s41467-021-24805-2</a></div>
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		<title>Spermienmigration im Genitaltrakt &#8211; Computersimulationen identifizieren Schlüsselfaktoren für den Reproduktionserfolg</title>
		<link>https://www.deutscherpresseindex.de/2021/07/15/spermienmigration-im-genitaltrakt-computersimulationen-identifizieren-schluesselfaktoren-fuer-den-reproduktionserfolg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Forschungsverbund Berlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jul 2021 18:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung und Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[berlin]]></category>
		<category><![CDATA[diemer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Forschungsteam der Humboldt-Universität zu Berlin und des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hat ein Agenten-basiertes Computermodell entwickelt, um die Passage von Spermien durch den weiblichen Genitaltrakt zu simulieren. Damit konnten Schlüsselfaktoren für den erfolgreichen Transit der männlichen Keimzellen ohne den Einsatz von Tierversuchen identifiziert werden. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „PLoS Computational<a class="moretag" href="https://www.deutscherpresseindex.de/2021/07/15/spermienmigration-im-genitaltrakt-computersimulationen-identifizieren-schluesselfaktoren-fuer-den-reproduktionserfolg/" data-wpel-link="internal"><span class="screen-reader-text">Read more about Spermienmigration im Genitaltrakt &#8211; Computersimulationen identifizieren Schlüsselfaktoren für den Reproduktionserfolg</span>[...]</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.deutscherpresseindex.de/2021/07/15/spermienmigration-im-genitaltrakt-computersimulationen-identifizieren-schluesselfaktoren-fuer-den-reproduktionserfolg/" data-wpel-link="internal">Spermienmigration im Genitaltrakt &#8211; Computersimulationen identifizieren Schlüsselfaktoren für den Reproduktionserfolg</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.deutscherpresseindex.de" data-wpel-link="internal">Deutscher Presseindex</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text"><b>Ein Forschungsteam der Humboldt-Universität zu Berlin und des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) hat ein Agenten-basiertes Computermodell entwickelt, um die Passage von Spermien durch den weiblichen Genitaltrakt zu simulieren. Damit konnten Schlüsselfaktoren für den erfolgreichen Transit der männlichen Keimzellen ohne den Einsatz von Tierversuchen identifiziert werden. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „PLoS Computational Biology“ veröffentlicht.</b></p>
<p>Bei einer Paarung von Wildtieren überträgt ein Männchen Millionen von Spermien in den weiblichen Fortpflanzungstrakt. Auf dem Weg zur Eizelle müssen die Spermien den weiblichen Genitaltrakt passieren. Bei dieser Passage sinkt die Anzahl der Spermienzellen, die weiterkommen, dramatisch ab, nur wenige kommen in Reichweite der Eizelle(n). Die wenigen erfolgreichen Spermien werden dann auf die Befruchtung vorbereitet. Die Mechanismen, die dieser Selektion und somit dem Fortpflanzungserfolg zugrunde liegen, sind immer noch weitgehend unverstanden, da ihre experimentelle Untersuchung im lebenden Zustand aus ethischen und praktischen Gründen kaum möglich ist. Ein besseres Verständnis von Spermienmigration und -selektion im Kontext unterschiedlicher Fortpflanzungssysteme bei Wildtieren ist von großem Interesse, um Probleme zu erkennen sowie Techniken der assistierten Fortpflanzung wie die künstliche Besamung zu optimieren.</p>
<p>Das Wissenschaftsteam entwickelte ein Raum-Zeit-Modell des weiblichen Genitaltraktes, in dem sich die Spermien als individuelle Agenten mit spezifizierten Eigenschaften nach definierten Regeln bewegen und mit dem weiblichen Genitaltrakt in Wechselwirkung treten. So wurde die Spermien-Migration als Computersimulation untersucht. Die Geometrie des weiblichen Genitaltrakts sowie die biophysikalischen Prinzipien der Spermienbewegung, wie sie im Reagenzglas beobachtet werden können, also die Eigenschaften und „Verhaltens“-Regeln, die den Spermien zugeschrieben wurden, lehnten sich eng an das Fortpflanzungssystem der Rinder an. So schwimmen Spermien bevorzugt gegen einen Flüssigkeitsstrom (positive Rheotaxis) und bewegen sich entlang von Wandstrukturen (Thigmotaxis).</p>
<p>Um sicher zu stellen, dass das Modell lebensnah die tatsächlichen Bewegungen der Spermien abbildet, wurden die Ergebnisse aus der Simulation mit publizierten Daten, die von lebenden Tieren stammen, verglichen. Es stellte sich heraus, dass beispielsweise die beobachtete Anzahl an Spermien, die in einer bestimmten Zeit den Eileiter erreichen, mit der in den Simulationen produzierten Anzahl übereinstimmte.</p>
<p>„Wie erwartet, fanden wir, dass physikalische Eigenschaften wie die Geschwindigkeit und die Geradlinigkeit der Spermienbewegung für erfolgreiche Spermien wesentlich sind. Allerdings hat die Fähigkeit der Spermien, gegen den Strom des Sekrets des Gebärmutterhalses zu schwimmen sowie sich an den Wänden des Genitaltrakts entlang zu bewegen, einen enormen zusätzlichen Einfluss für eine erfolgreiche Migration“ erklärt Jorin Diemer, Doktorand an der Humboldt-Universität zu Berlin. Karin Müller, Leiterin des andrologischen Labors am Leibniz-IZW, schlussfolgert, „dass diese identifizierten Eigenschaften künftig bei der Konditionierung von Spermien in Verfahren der künstlichen Fortpflanzung berücksichtigt werden müssen, bei denen natürliche Selektionsprozesse normalerweise umgangen werden.“ Das ist besonders wichtig, da es artspezifisch ein optimales Zeitfenster für die Ansammlung von Spermien im Eileiter mit Bezug zum Zeitpunkt des Eisprungs gibt, wo die Eizellen zur Befruchtung freigesetzt werden. „Der große Vorteil unseres Modells ist seine Ausbaufähigkeit“, unterstreicht Edda Klipp, Professorin für Theoretische Biophysik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Vorhersagen, die in diesem experimentellen System der Computersimulation generiert werden, haben das Potenzial, die assistierte Fortpflanzung bei bedrohten Tierarten, Nutztieren und beim Menschen zu verbessern, ohne dass Tierversuche zum Einsatz kommen.</p>
<p><b>Publikation</b></p>
<p>Jorin Diemer, Jens Hahn, Björn Goldenbogen, Karin Müller, Edda Klipp (2021): Sperm migration in the genital tract &#8211; in silico experiments identify key factors for reproductive success. PLOS Computational Biology. <a href="https://journals.plos.org/ploscompbiol/article?id=10.1371/journal.pcbi.1009109" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">https://journals.plos.org/ploscompbiol/article?id=10.1371/journal.pcbi.1009109</a> (Link wird nach Ablauf des Embargos freigeschaltet)</div>
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		<title>Emotionen und Kultur sind wichtigste Faktoren für Akzeptanz von Managementstrategien für Raubtiere in Tansania</title>
		<link>https://www.deutscherpresseindex.de/2021/07/13/emotionen-und-kultur-sind-wichtigste-faktoren-fuer-akzeptanz-von-managementstrategien-fuer-raubtiere-in-tansania/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Forschungsverbund Berlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jul 2021 08:18:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung und Entwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Emotionen gegenüber und die kulturelle Bedeutung großer Raubtiere sind bessere Indikatoren der Akzeptanz von Managementstrategien durch die lokale Bevölkerung als die Höhe der Verluste an Nutztieren. Dies ist das Ergebnis einer neuen interdisziplinären Untersuchung unter Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW). Sie führten Befragungen unter Massai-Hirten im Ngorongoro-Schutzgebiet in Tansania durch und konzentrierten<a class="moretag" href="https://www.deutscherpresseindex.de/2021/07/13/emotionen-und-kultur-sind-wichtigste-faktoren-fuer-akzeptanz-von-managementstrategien-fuer-raubtiere-in-tansania/" data-wpel-link="internal"><span class="screen-reader-text">Read more about Emotionen und Kultur sind wichtigste Faktoren für Akzeptanz von Managementstrategien für Raubtiere in Tansania</span>[...]</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text"><b>Emotionen gegenüber und die kulturelle Bedeutung großer Raubtiere sind bessere Indikatoren der Akzeptanz von Managementstrategien durch die lokale Bevölkerung als die Höhe der Verluste an Nutztieren. Dies ist das Ergebnis einer neuen interdisziplinären Untersuchung unter Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW). Sie führten Befragungen unter Massai-Hirten im Ngorongoro-Schutzgebiet in Tansania durch und konzentrierten sich dabei auf die drei dort vorkommenden großen Raubtierarten Tüpfelhyäne, Löwe und Leopard und drei denkbare Managementstrategien „keine Maßnahmen“, Umsiedlung und Abschuss. Soziokulturelle Variablen erwiesen sich als Schlüssel zum Verständnis der Beziehungen zwischen den Massai und Raubtieren. Dies stelle den traditionellen Fokus von Managementstrategien auf die Verluste an Nutztieren in der Mensch-Raubtier-Konfliktforschung in Frage, so die Wissenschaftler. Die Ergebnisse sind in der frei zugänglichen wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Frontiers in Conservation Science“ veröffentlicht.</b></p>
<p>Für die Umsetzung erfolgreicher Wildtiermanagement-Strategien ist die Unterstützung der lokalen Bevölkerung erforderlich, doch die Beziehung zwischen der Bevölkerung vor Ort und großen Raubtieren ist oft komplex: Einerseits gelten die Tiere als charismatisch und emotional anziehend und haben oft eine hohe kulturelle Bedeutung. Daher wurde vermutet, dass naturschutzorientierte Managementstrategien dann erfolgreich sind, wenn sie mit positiven Emotionen wie Freude oder Stolz verbunden sind. Dies gilt auch für die kulturelle Bedeutung von großen Raubtieren wie Hyänen, Löwen oder Leoparden. Auf der anderen Seite wurden negative Emotionen wie Angst und Ekel sowie negative Erfahrungen wie wiederholte Risse von Nutztieren – der traditionelle Fokus der Mensch-Raubtier-Konfliktforschung – vorgeschlagen, um die Akzeptanz von invasiven Maßnahmen wie Umsiedlung und Abschuss vorherzusagen. Frühere Untersuchungen betrachteten Emotionen, kulturelle Bedeutung und faktische Verluste separat. So war es bislang nicht möglich zu sehen, welcher Faktor die beste Vorhersagekraft hat und welcher daher von Wildtiermanagern priorisiert werden sollte.</p>
<p>„Wir haben in unserer Untersuchung zum ersten Mal mehrere Faktoren gleichzeitig für mehrere Raubtiere bewertet, um festzustellen, welcher Faktor die Akzeptanz von häufig angewandten Managementstrategien am besten vorhersagt“, erklärt Erstautor Arjun Dheer (Leibniz-IZW). Die Befragungen zu Tüpfelhyänen (<i>Crocuta crocuta</i>), Löwen (<i>Panthera leo</i>) und Leoparden (<i>Panthera pardus</i>) unter Massai-Hirten wurden im Ngorongoro-Schutzgebiet (NCA) in Tansania durchgeführt. „Das NCA ist ein Schutzgebiet, das in seinem Managementplan sowohl den Schutz der Wildtiere als auch die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung berücksichtigt“, so Dheer. „Die von uns ausgewählten Arten sind für die Mehrzahl der Verluste an Nutztieren in der Region verantwortlich, doch frühere Forschungen in anderen Gebieten zeigten, dass die Menschen sie sehr differenziert betrachten“, erklärt Dr. Oliver Höner (Leibniz-IZW), Co-Senior-Autor der Arbeit. Die Untersuchung konzentrierte sich auf die Akzeptanz der Strategien <i>Nichtstun</i> (Schutz der Raubtiere gilt weiterhin), <i>Umsiedlung</i> und <i>Abschuss</i>. Die Befragten bewerteten die Emotionen Freude, Ekel und Angst sowie die kulturelle Bedeutung der einzelnen Raubtierarten. Sie wurden auch um Angaben dazu gebeten, wie viele Rinder, Ziegen, Schafe und Esel sie in den vorangegangenen drei Jahren an die Raubtiere verloren hatten.</p>
<p>Das zentrale Ergebnis der Umfrage ist, dass Emotionen und die kulturelle Bedeutung die Akzeptanz bestimmter Managementstrategien zuverlässiger vorhersagen als die Höhe der Verluste an Nutztieren. „Unter den Emotionen war Freude der stärkste Prädiktor; sie war verbunden mit einer Präferenz für Nichtstun und einer negativen Bewertung von Umsiedlung und Abschuss. Die kulturelle Bedeutung zeigte einen ähnlichen Trend wie die Freude“, erklärt Dheer. Insgesamt lehnte eine große Mehrheit der Befragten Umsiedlung und Abschuss ab. „Dies zeigt, dass diejenigen Wissenschaftler*innen auf dem Holzweg sind, die sie sich bei der Erstellung von Managementplänen für Raubtiere allein auf Risse, Verluste und negative Emotionen konzentrieren“, erklärt Co-Senior-Autorin Dr. Tanja Straka (Leibniz-IZW und TU Berlin).</p>
<p>„Unsere Ergebnisse untermauern die Rolle von Emotionen, Wahrnehmungen und Sichtweisen in der Beziehung von Menschen und Wildtieren“, schließt Dheer. Die traditionelle Betonung der Viehverluste als primäre Ursache fehlender Toleranz gegenüber großen Raubtieren stellen die Autor*innen in Frage: Es sei offensichtlich, dass Emotionen und die kulturelle Bedeutung berücksichtigt werden müssen, auch bei Arten, die mit sehr unterschiedlichen Assoziationen belegt sind. Mehrgleisige Ansätze, die Emotionen und kulturelle Faktoren neben den Zahlen und Fakten zu Verlusten berücksichtigen und die lokale Bevölkerung eng einbinden, können demnach helfen, den Weg für eine dauerhafte Koexistenz von Menschen und Raubtieren zu ebnen.</p>
<p><b>Publikation</b></p>
<p>Dheer A, Davidian E, Jacobs MH, Ndorosa J, Straka TM<sup>†</sup>, Höner OP<sup>†</sup> (2021): Emotions and cultural importance predict the acceptance of large carnivore management strategies by Maasai pastoralists. Frontiers in Conservation Science. doi: 10.3389/fcosc.2021.691975, <a href="https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fcosc.2021.691975/full" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fcosc.2021.691975/full</a>.</p>
<p><sup>†</sup>co-senior authors</div>
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		<title>Neue Werkzeuge für Forschung zur Pandemieprävention: DNA-Sequenzierung aus Wasser- und Blutegel-Blutproben zeigen in der Wildnis zirkulierende Viren auf</title>
		<link>https://www.deutscherpresseindex.de/2021/06/28/neue-werkzeuge-fuer-forschung-zur-pandemiepraevention-dna-sequenzierung-aus-wasser-und-blutegel-blutproben-zeigen-in-der-wildnis-zirkulierende-viren-auf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Firma Forschungsverbund Berlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Jun 2021 12:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung und Entwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) prüfte ein Wissenschaftsteam, ob Wasser aus afrikanischen und mongolischen Wasserlöchern sowie Blutproben von Blutegeln aus Südostasien Säugetierviren enthielten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysierten die Proben mittels Hochdurchsatz-Sequenzierung, um bekannte und bisher unbekannte Viren zu identifizieren. Dies könnte eine wirksame Methode des Virennachweises sein – die<a class="moretag" href="https://www.deutscherpresseindex.de/2021/06/28/neue-werkzeuge-fuer-forschung-zur-pandemiepraevention-dna-sequenzierung-aus-wasser-und-blutegel-blutproben-zeigen-in-der-wildnis-zirkulierende-viren-auf/" data-wpel-link="internal"><span class="screen-reader-text">Read more about Neue Werkzeuge für Forschung zur Pandemieprävention: DNA-Sequenzierung aus Wasser- und Blutegel-Blutproben zeigen in der Wildnis zirkulierende Viren auf</span>[...]</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="pb-text"><b>Unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) prüfte ein Wissenschaftsteam, ob Wasser aus afrikanischen und mongolischen Wasserlöchern sowie Blutproben von Blutegeln aus Südostasien Säugetierviren enthielten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysierten die Proben mittels Hochdurchsatz-Sequenzierung, um bekannte und bisher unbekannte Viren zu identifizieren. Dies könnte eine wirksame Methode des Virennachweises sein – die betreffenden Säugetiere müssten dafür nicht erst aufgespürt und gefangen werden. Beide Ansätze erwiesen sich als geeignete Werkzeuge für die Forschung zur Pandemieprävention, da sie das Auffinden und Überwachen von Reservoiren für Wildtierviren ermöglichen. So wurde beispielsweise ein bisher unbekanntes Coronavirus identifiziert, das wahrscheinlich mit südostasiatischen Hirschen assoziiert ist. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Methods in Ecology and Evolution“ veröffentlicht.</b></p>
<p>Es ist eine große Herausforderung, die Reservoire von Wildtierviren wie SARS-CoV-2 – für welches der Ursprung noch immer unbekannt ist – zu finden und zu überwachen. Viele Gebiete, die von Wildtieren bewohnt werden, sind schwer zugänglich und die betreffenden Arten schwer zu finden oder zu fangen. Um Pandemien wie COVID-19 in Zukunft zu verhindern, werden also dringend neue und effektive Methoden zur Entdeckung und Überwachung von in Wildtieren zirkulierenden Viren benötigt. Neue Ansätze, die auf Umwelt-DNA (eDNA) basieren, könnten in Verbindung mit Hochdurchsatz-Sequenzierung das verfügbare Instrumentarium erweitern, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Diesen Ansatz testete das Wissenschaftsteam mithilfe von Wasserproben aus Wasserlöchern und Proben von Blutmahlzeiten von Blutegeln, um darin nach Viren von Säugetieren zu suchen, die möglicherweise ins Wasser ausgeschieden oder von den Blutegeln aus den Säugetierwirten aufgenommen worden waren. Da Viren-DNA in Umweltproben üblicherweise von geringer Quantität und Qualität ist, verwendeten die Wissenschaftler*innen einen modernen „Hybridisierungs-Bindung“-Ansatz, um die Viren-DNA anzureichern. Diese Methode erlaubte es ihnen, sowohl bekannte also auch bisher unbekannte Viren im Wasser wie in den Blutegelproben nachzuweisen und zu identifizieren.</p>
<p>Die DNA aus Wasserproben zeigte mehrere Viren auf, die bei Zebras und Wildeseln vorkommen. Dies war zu erwarten, da diese Tiere die Wasserlöcher häufig in großer Zahl besuchen. Im Fall der Viren, die in afrikanischen Wasserlöchern gefunden wurden, zeigten die Autoren in einer vorangegangenen Publikation, dass die Viren auch im Wasser noch immer infektiös sind, was darauf hindeutet, dass das Wasser selbst die Viren übertragen könnte. In den Blutegeln aus Südostasien wurden mehrere bekannte sowie neuartige Viren identifiziert. Von besonderem Interesse ist ein bisher unbekanntes Coronavirus, welches möglicherweise eine neue Gattung in der Familie der Coronaviridae darstellt und mit Hirscharten assoziiert zu sein scheint.</p>
<p>„Bei vielen der tödlichsten Viren wie Ebola ist ihr genauer Ursprung noch immer unbekannt“, sagt Prof. Alex Greenwood, Leiter der Abteilung für Wildtierkrankheiten. „Die aktuelle Pandemie zeigt, dass wir noch sehr wenig über die virale Vielfalt in der Natur wissen. Neue Methoden könnten uns helfen, bisher unbekannte Viren und ihre potenziellen Wirte zu identifizieren ¬– ohne die üblichen logistischen und ethischen Probleme, die mit der direkten Entnahme von Wildtierproben verbunden sind.“ Umwelt-DNA wurde bereits für viele wissenschaftliche Fragestellungen verwendet. So konnte zum Beispiel die biologische Vielfalt in unzugänglichen Regionen erfasst werden. Neuerdings dienen diese Umwelt-DANN-Quellen somit auch der Pathogenforschung. Umwelt-DNA aus Wasser und von blutsaugenden wirbellosen Tieren kann in verschiedenen Umgebungen nützlich sein. „Wasser ist eine essenzielle Ressource für das Leben und, besonders in Gebieten mit saisonaler Trockenheit, ein Konzentrationspunkt für Tiere“, sagt Greenwood.</p>
<p>„An Land lebende Blutegel sind in Gebieten in Südostasien, in den schon früher häufig neue Viren entdeckt wurden, sehr häufig. Ihre Blutmahlzeiten können sowohl zur Identifizierung ihrer Säugetierwirte als auch der im Säugetierblut enthaltenen Erreger verwendet werden“, erläutert Dr. Niccolò Alfano, ein ehemaliger Postdoktorand der Abteilungen für Wildtierkrankheiten und Ökologische Dynamik am Leibniz-IZW, der jetzt an der Universität Pavia in Italien arbeitet. „In den Blutegelproben identifizierten wir Säugetierviren aus fünf verschiedenen Virusfamilien und über 50% der Proben enthielten nachweisbare Säugetierviren. Einige davon, wie ein Circovirus oder ein Annellovirus, konnten dem Bartschwein und dem Malaienbär zugeordnet werden, ihren Säugetierwirten, die auch in den Blutegelproben nachgewiesen wurden. Am interessantesten war die Entdeckung eines neuartigen Coronavirus, da dies zeigte, dass wir mit unserer Methode in der Lage sind, bisher unbekannte virale Erreger zu entdecken, die in Wildtieren zirkulieren“, so Alfano weiter. Dies kann helfen, potenziell infektiöse Viren in einem frühen Stadium zu identifizieren und somit einen entscheidenden Beitrag dafür zu leisten, zukünftige Epidemien zu verhindern.</p>
<p>Um die neu entdeckten Viren zu charakterisieren, zum Beispiel durch die Sequenzierung ihrer kompletten Genome und die Bestätigung der Wirtsvirusbeziehungen, ist weiterführende Forschung nötig. Wo es keine Wasserlöcher oder Blutegel gibt, könnten der Boden (oder Sedimente in ausgetrockneten Flussläufen), Fäkalien und andere blutsaugende Insekten weitere Quellen für Nukleinsäuren darstellen, die als Ergänzung zu direkten Tierproben verwendet werden könnten. Dies könnte die Fähigkeit verbessern, Viren zu entdecken und zu überwachen.</p>
<p><b>Publikation</b></p>
<p>Alfano N, Dayaram A, Axtner, J. Tsangaras, K. Kampmann, M.-L., Mohamed, A., Wong, S.T., Gilbert, M.T.P. Wilting, A., Greenwood, A. D. (2021). Non-invasive surveys of mammalian viruses using environmental DNA. METHODS ECOL EVOL, <a href="https://doi.org/10.1111/2041-210X.13661" class="bbcode_url" target="_blank" rel="noopener nofollow" data-wpel-link="external">https://doi.org/10.1111/2041-210X.13661</a></div>
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