Armut in der EU: Arbeitslose in Deutschland am meisten gefährdet

Wer in Deutschland arbeitslos ist, steht schon mit einem Bein in der Armut. Die Quote liegt bei mehr als 70, im EU-Durchschnitt bei 48,7 Prozent. Wie man dieser Entwicklung künftig begegnen wolle, werde auch im neuen Koalitionsvertrag nicht geklärt, so Uwe Hoffmann, Geschäftsführer des Deutschen Schutzverbandes gegen Diskriminierung e. V. (DSD).

„Normaler Weise müssten im Bundestag alle Alarmglocken läuten“, sagt DSD-Geschäftsführer Hoffmann (www.gegendiskriminierung.de, www.mehr-hartz4.net). Schließlich sei mittlerweile fast die Hälfte aller Arbeitslosen in der gesamten EU von der Armut bedroht. Bei Arbeitslosen ist das Risiko arm zu werden demnach rund fünfmal so hoch, wie bei den Erwerbstätigen. Diese Zahlen wurden vom EU-Statistikamt Eurostat für das Jahr 2016 unlängst ausgewertet.

Deutschland, das auf der Eurostat-Liste auf dem letzten Platz liegt, teilt sich diese zweifelhafte „Ehre“ mit Ländern wie Litauen (60%), Lettland (55,8%), Estland (54,8 %) und dem knapp davor liegenden Bulgarien (54,9%). Besonders bitter, so Uwe Hoffmann, sei aber, dass eine Besserung kaum absehbar sei: „Im Koalitionsvertrag werden diese Probleme nicht beim Namen genannt und kaum Lösungsmöglichkeiten geboten. Ich glaube, dass eine Abschaffung der Sanktionen und die deutliche Anhebung der Grundsicherung das Armutsrisiko senken würden.“ Langfristig aber, werde wohl kein Weg an einem bedingungslosen Grundeinkommen und der Schaffung bezahlbaren Wohnraums vorbeiführen, glaubt Hoffmann.


Die Armutsschwelle in Deutschland beginnt bei 60 Prozent des nationalen Äquivalenzeinkommens. „Soll hießen, wenn das mediane Äquivalenzeinkommen bei 1.500 Euro im Monat liegt, beginnt die Armutsrisikogrenze bei 900 Euro im Monat. Der Anteil der von Armut bedrohten Arbeitslosen in der EU ist in den letzten Jahren stets gestiegen. Lag diese Quote 2006 noch bei 41,5 Prozent, so waren es zehn Jahre später 48,7. Uwe Hoffmann: „Nimmt man nur die Zahlen an sich, so ist das Risiko als Arbeitsloser arm zu werden in Zypern und Finnland am geringsten.“

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